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Kalasarpa-Yoga

Datum 07 Oct 2023
Kalasarpa-Yoga

Die Kalasarpa-Yoga entsteht bei einer Stellung aller sieben Planeten auf einer Seite der Achse Rahu/Ketu. Diese Yoga verheißt Zwistigkeiten, Schwierigkeiten und Zerstörungen, wirkt sich aber in keiner Weise auf die geistigen Fähigkeiten aus und schädigt die Lebensdauer fast nicht. Ihre Effekte sind am spürbarsten in den Planetenperioden der Mondknoten und während der Transite von Rahu und Ketu über das Lagna, die Sonne und den Mond. In dieser Zeit zeigen sich Einschränkungen, den Menschen verfolgen Misserfolge und Fehlschläge, das Befinden verschlechtert sich. Möglich sind plötzliche Aufstiege und Stürze in der Laufbahn, besonders in der Mahadasha und der Antardasha von Rahu und Ketu. Ein günstiger Aspekt auf das Lagna oder den Lagnesha neutralisiert diese Yoga. Ebenso hebt sie eine Stellung Rahus in der Nakshatra Vishakha auf, besonders im Intervall 200°-206°40′(Zeichen Waage).

Es besteht die Meinung, dass, wenn alle Planeten zwischen Rahu und Ketu eingeklemmt sind, eine Kalasarpa-Yoga gebildet wird, und wenn zwischen Ketu und Rahu (d.h. nach dem Lagna kommt zuerst Ketu und nach ihm erst Rahu), dann liegt eine andere Kombination vor — die Kala-Amrita-Yoga. Diese Yoga ist günstig, doch ihre positiven Effekte zeigen sich nicht, wenn mit Ketu ein anderer Planet verbunden ist.

Sri Govind Swarup Agarwal — «Vedische Astrologie»


Visti Larsen — «DIE KALA-SARPA-YOGA»

Die Kala-Sarpa-Yoga ist eine der unheilvollsten und meistdiskutierten Kombinationen in der vedischen Astrologie. Sie wird in keinem einzigen klassischen Text erwähnt, und dennoch steht sie an Bedeutsamkeit den Nabhasha-Yogas nicht nach, denen im Horoskop eine bei Weitem nicht letzte Rolle zukommt.

Die bekanntesten Maßnahmen zur Bekämpfung der verderblichen Wirkung dieser Yoga sind das tägliche Tragen der Navaratna (eines Armbands, das aus den Steinen aller 9 Planeten besteht) und die Durchführung einer Pilgerfahrt zum Tempel «Kala Hasti», der sich im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh befindet.

Diese Yoga schränkt die Freiheit des Nativen beträchtlich ein (sie macht ihn abhängig), indem sie bis zum vierzigsten Lebensjahr nur sehr kurze Perioden des Erfolgs gibt (in diesem Alter verliert die Yoga gleichsam ihre Kraft — ihr Lebenszyklus endet). Diese Yoga kann unterschiedlich heißen, ihr werden die Namen der Göttlichen Schlangen entsprechend einer ihrer 12 Spielarten beigelegt. Es gibt viel Verwirrung in der Frage der Bildung der Kala-Sarpa-Yoga — wann sie gebildet wird und wann nicht. Nachstehend ist ihre Beschreibung wiedergegeben, die der astrologischen Tradition von Sri Achyuta Das entspricht.

Die Kala-Sarpa-Yoga wird gebildet, wenn sich alle Planeten zwischen den beiden Mondknoten befinden — zwischen Rahu und Ketu. Somit spalten die Knoten den Tierkreis entzwei. Die Planeten können in der Richtung von Rahu zu Ketu oder von Ketu zu Rahu gelegen sein. D.h. diese Yoga hat zwei Arten. Der Knoten, der vor den Planeten gelegen ist, wird der Kopf sein; ist der Kopf Rahu, so wird die Yoga Kala-Sarpa-Yoga heißen. Ist der Kopf aber Ketu, so wird die Yoga Kala-Amrita-Yoga heißen.

Über den Unterschied dieser Typen kann man nach ihren Bezeichnungen urteilen:

— Die Kala-Sarpa-Yoga treibt den Nativen zum Erhalt sinnlicher Erfahrungen an, mit anderen Worten, sie fördert eine materialistische Sicht auf das Leben.

— Die Kala-Amrita-Yoga fördert im Gegenteil die Wahl zugunsten der Geistigkeit.

Die Anziehungskraft des einen oder anderen Weges hängt von den persönlichen Ansichten des Nativen ab, und diese Yoga bringt ihm Leiden, noch bevor er seine Wahl treffen kann. Das Leben des Nativen wird vor dem Hintergrund quälender Einschränkungen und im Hin- und Herschwanken zwischen zwei Extremen verlaufen — einem materialistischen Leben und einem beseelten Leben, bis zum entsprechenden Alter. Der Lebensbereich, der die Freiheit des Nativen einschränkt, ist durch die Häuser bezeichnet, in denen sich die Knoten befinden.

Auf welche Weise diese Yoga den Menschen fesseln wird, lässt sich erfahren, wenn man die Lage der Knoten vom Lagnesha, vom Arudha-Lagna, vom Karaka-Lagna usw. betrachtet.

Die Achse Rahu/Ketu und der Bereich der Einschränkungen

1./7. — Ruf, Gesundheit, Bestrebungen, Wechselbeziehungen und Zusammenarbeit

2./8. — Reichtum, Familie, Schulden und Krankheiten

3./9. — Streitigkeiten, Aggression, höhere Bildung, Weltanschauung

4./10. — Haus, Besitz, Glück, Arbeit und Beruf

5./11. — Kinder, Untergebene, Gleichgesinnte, die Planung der Zukunft

6./12. — Krankheiten und Genesung sowie Feindschaft

Die Abhängigkeit des Nativen, die infolge der Einschränkungen entsteht, die vom Einfluss der Maya auf sein Bewusstsein hervorgerufen werden, zeigt sich als die Unfähigkeit, das Geplante zu verwirklichen. Im Ergebnis erschreckt Satya oder der wahre Stand der Dinge (in der Natalkarte stellen ihn Surya und Chandra dar) den Nativen in demselben Maße, in dem er danach strebt, seine Pläne zu verwirklichen. Die Richtung seiner Gedanken wird von dem Knoten vorgegeben, der an der Spitze der Yoga steht: Rahu (im Fall der Kala-Sarpa-Yoga) und Ketu (im Fall der Kala-Amrita-Yoga).

Genau wie das Sonnenlicht die Finsternis zerstreut, so beseitigt die Wahrheit die Lüge, und eben die Wahrheit vermag die Fesseln der Kala-Sarpa-/Amrita-Yoga zu zerreißen. Die Häuser der Wahrheit sind das 1. und das 7., sie symbolisieren das Herabsteigen in diese Welt <die Geburt> und den Weggang aus ihr <den Tod>. Planeten, die sich im 1. oder 7. Haus von den entsprechenden Knoten oder im 1. oder 7. Haus vom Lagna befinden, sind fähig, diese Yoga zu neutralisieren und die Wahrheit zu bekräftigen.

Zerstört ein übelwollender Planet die Yoga, so ist das Erfassen der Wahrheit mit Furcht verbunden und kann Leid oder den völligen Verlust des Glücksgefühls bringen. Zerstört aber ein wohltätiger Planet die Yoga, so wird das Erfassen der Wahrheit von Glück und Befriedigung begleitet sein, die Abhängigkeit wird beseitigt.

Ist ein Astrologe auf eine Kala-Sarpa-/Amrita-Yoga gestoßen, so muss er stets die Anwendung korrigierender Maßnahmen empfehlen, die jenem günstigen Planeten entsprechen, der die Yoga zerstört. Andernfalls werden die Misserfolge den Nativen ständig verfolgen. Zerstört aber kein einziger wohltätiger Planet die Yoga, so ist es nötig, den stärksten Guru-Planeten zu stärken: den Jupiter oder die Venus — diese Gurus <Lehrmeister> sind fähig, den Nativen vom versklavenden Einfluss dieser Yoga zu befreien.

Besonders wichtig ist das in dem Fall, wenn sich die Kala-Sarpa-Yoga bei einer Sonnenfinsternis bildet, dann bedarf die Sonne äußerst dringend des rettenden Segens von Brihaspati (des Jupiter). Ebenso muss sich der Mond, wenn sich die Kala-Amrita-Yoga bei einer Mondfinsternis bildet, der Unterstützung Shukracharyas (der Venus) versichern. Außerdem kann man in beiden Fällen den rettenden Segen bei beiden Gurus zugleich suchen, beim Jupiter und bei der Venus gleichzeitig.

Zum Schutz vor dem verderblichen Einfluss der Kala-Sarpa-/Amrita-Yoga kann der Native außer dem Erhalt der Segnungen von Jupiter und Venus die Verehrung der entsprechenden Devata vollziehen, die zur Gruppe der Mahavidyas gehört. Die Mahavidya, die der Native verehren wird, beseitigt die Avidya, die durch das Vorhandensein der Kala-Sarpa-/Amrita-Yoga hervorgerufen wird, und verbessert darüber hinaus sein Wohlergehen.

Graha — Mahavidya — Nama-Mantra

Die Sonne — Matangi — Om matangyai namah
Der Mond — Bhuvaneshvari-  Om bhuvanesvaryai namah
Der Mars — Bagalamukhi — Om bagalamukhyai namah
Der Merkur — Parasundari — Om parasoundaryai namah
Der Jupiter — Tara — Om tarayai namah
Die Venus — Kamalatmika — Om kamalatmikayai namah
Der Saturn — Dakshinkali — Om daksinakalike namah
Rahu — Chhinnamasta — Om cinnamastayai namah
Ketu — Dhumavati — Om dhumavatyai namah

Auf der Grundlage meiner Erfahrung habe ich mich davon überzeugt, dass alle oben angeführten Methoden zur Beseitigung der negativen Wirkung der Kala-Sarpa-Yoga zuverlässig funktionieren…

Visti Larsen — «DIE KALA-SARPA-YOGA» (Übersetzung — Oleg Patrikejew)


Die Spielarten der Kala-Sarpa-Yoga

Information zum Nachdenken und zur Überprüfung der Stellung von Rahu und Ketu beim Vorhandensein einer Kala-Sarpa-Yoga in der Praxis.

1. Die Ananta-Kala-Sarpa-Yoga.

Rahu — im 1. Haus und Ketu — im 7. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.

Ananata oder Ananta Shesha ist die göttliche Schlange, auf der unser Universum ruht.

Diese Yoga gibt gemischte Ergebnisse: der Mensch wird als Politiker, Journalist, Schriftsteller oder Philosoph erfolgreich sein und kann Namen und Ruhm erlangen. Doch er wird im Eheleben kein Glück haben.

2. Die Takshak-Kalasarpa-Yoga.

Rahu — im 7. Haus und Ketu — im 1. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.
Takshaka ist derjenige, der abhaut, abschneidet oder abtrennt. Ein Name Vishvakarmas, des göttlichen Zimmermanns oder Baumeisters. Eine Schlange, ein Sohn Kadrus, und der Herr der Schlangen.

Die Ergebnisse dieser Kombination ähneln der Ananta-Kalasarpa-Yoga.

3. Die Kanktuk-Kalasarpa-Yoga

Rahu — im 8. Haus und Ketu — im 2. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.

Dieser Typ Mensch kann ein erfolgreicher Wissenschaftler, Forscher oder Tantriker werden. Doch er wird von schlechter Herkunft oder von Natur aus schwach sein.

4. Die Kulik-Kalasarpa-Yoga.

Rahu — im 2. Haus und Ketu — im 8. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.
Kulik ist eine braune achtköpfige Schlange mit einem Halbmond auf dem Kopf.
Die Ergebnisse dieser Kombination ähneln der Kanktuk-Kalasarpa-Yoga.

5. Die Mahapadma-Kalasarpa-Yoga.

Rahu — im 6. Haus und Ketu — im 12. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.

Der Mensch wird ein Jyotisha oder ein Anwalt, doch er wird eine gefährliche Krankheit haben.

6. Die Sheshanag-Kalasarpa-Yoga.

Rahu — im 12. Haus und Ketu — im 6. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.

Der Mensch wird ein Jyotisha oder ein Anwalt, doch er wird eine gefährliche Krankheit haben.

7. Die Padma-Kalasarpa-Yoga.

Padma bedeutet «Lotos». Das ist auch der Name einer der Schlangen.

Rahu — im 5. Haus und Ketu — im 11. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.

Dieser Mensch wird nach einigen Problemen ein Kind bekommen und wird auch Hindernisse in der Bildung haben, doch er verdient an Aktien oder Lotterien. Er kann sich einen Namen auf dem Gebiet der Kunst erwerben.

8. Die Vishakta-Kalasarpa-Yoga.

Rahu — im 11. Haus und Ketu — im 5. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.

Analog zur Padma-Kalasarpa-Yoga.

9. Die Patak-Kalasarpa-Yoga.

Rahu — im 10. Haus und Ketu — im 4. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen.

Ein Mensch mit dieser Kombination empfindet Schwierigkeiten bei der Arbeit an seinem Geburtsort und erhält Glück außerhalb seines Geburtsortes, ist aber gewöhnlich körperlich schwach.

10. Die Chankhpad-Kalasarpa-Yoga

Rahu nimmt das 4. Haus ein und Ketu das 10., und alle Planeten sind auf einer Seite von Rahu und Ketu gelegen

Analog zur Patak-Kalasarpa-Yoga.

11. Die Shankhachud-Kalasarpa-Yoga

Rahu — im 9. Haus und Ketu — im 3. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen

Dieser Typ Mensch wird Weltreisen unternehmen, wahrscheinlich ist eine Emigration oder eine Arbeit im Ausland. Er wird ein Anführer und ein Kämpfer im Leben sein, ein Autor von Werken oder fähig zu neuen Entdeckungen auf seinem Tätigkeitsgebiet. Doch dieser Typ Mensch hat einige geistige Probleme, und ihr Glück wächst nach dem Tod des Vaters.

12. Die Vasuki-Kalasarpa-Yoga.

Rahu — im 3. Haus und Ketu — im 9. Haus, und alle Planeten sind auf einer Seite der Achse von Rahu und Ketu gelegen

Alle Planeten waren vom 3. bis zum 9. Haus gelegen, zwischen Rahu und Ketu. Man nimmt an, dass ein solcher Mensch sehr mutig und reich ist, eine Weltreise unternehmen (oder viel reisen) wird, mutig und zugleich erfinderisch sein wird und einen hohen Posten einnimmt, doch eine schwache Gesundheit hat.

 


Einer der hervorragenden Gelehrten, der seine Tätigkeit dem Studium der Kalasarpa-Yoga gewidmet hat, ist Professor Rama Palaniappan.

Professor Rama Palaniappan begann das Studium der Astrologie im Alter von 14 Jahren. Er lernte an den besten vedischen Universitäten des Landes, und 1965 begann er selbst, Astrologie an den Universitäten von Trivandrum, Hyderabad und Madurai zu lehren. Heute ist Rama Palaniappan als Autor einer Vielzahl von Büchern über Astrologie bekannt, die sowohl auf einen breiten Leserkreis als auch auf praktizierende Fachleute ausgerichtet sind. Er ist auch der Schöpfer einer einzigartigen Reihe von Videolehrbüchern und Selbstlernkursen, die den unterschiedlichsten Aspekten der Astrologie gewidmet sind. Heute stellen wir Professor Rama Palaniappan einige Fragen über die Kalasarpa-Yoga.

Erzählen Sie, wodurch Ihr Interesse am Phänomen der Kalasarpa-Yoga hervorgerufen wurde?

In den Horoskopen vieler meiner Verwandten war eine Kalasarpa-Yoga vorhanden; diese Planetenkombination wird übrigens oft vererbt. So lässt sich die Kalasarpa-Yoga in meinem eigenen Horoskop finden sowie in den Horoskopen meines Vaters, meiner Tante und meines Großvaters. Als ich noch ein Kind war, widmete meine Familie der Durchführung korrigierender Maßnahmen große Aufmerksamkeit, die auf die Minimierung des negativen Einflusses der Kalasarpa-Yoga gerichtet waren, da sich ihretwegen die Heirat meiner Tante verzögerte. Sie wandten sich an verschiedene Tempel von Rameswaram, Kalahasti und anderen Städten. All das geschah vor meinen Augen, ich hatte die Möglichkeit zu beobachten, wie verschiedene Typen der Kalasarpa-Yoga das Leben der Menschen beeinflussen. Da beschloss ich, mich dem Studium dieses vielseitigen Phänomens zu widmen, in der Hoffnung, dass es der ganzen Menschheit einen gewaltigen Nutzen bringen würde, wenn ich die Möglichkeiten der Korrektur des Einflusses der Kalasarpa-Yoga entdecke.

Was ist denn nun die Kalasarpa-Yoga?

Die Kalasarpa-Yoga ist eine äußerst ungünstige Stellung der Planeten, eine der schwersten Nabhasha-Yogas, die unter Beteiligung aller Planeten gebildet werden. Sie kann zu körperlichen Gebrechen, angeborenen Entwicklungsstörungen, moralischer Unbeständigkeit, dem Fehlen von Glück in den Angelegenheiten und dem Verrat der Nächsten führen. Die Kalasarpa-Yoga wird gebildet, wenn alle Planeten des Horoskops zwischen Rahu und Ketu gelegen sind. Der positive Einfluss der Kalasarpa-Yoga kann sich darin ausdrücken, dass ein Mensch mit einer solchen Stellung der Planeten besonders arbeitsam sein wird, er strebt nach dem Erwerb neuer Kenntnisse und kann in allem Erfolg erreichen, was auf die eine oder andere Weise mit Philosophie, Verwaltung, Bildung usw. verbunden ist. Mehr noch, Menschen mit einer Kalasarpa-Yoga im Horoskop können im Laufe des Lebens alle ihre Wünsche verwirklichen, sowohl auf materieller als auch auf geistiger Ebene.

“Kala” wird als “Zeit” übersetzt, “Sarpa” — “Schlange”, und “Yoga” — “Kombination”; somit weist das Vorhandensein einer Kala-Sarpa-Yoga darauf hin, dass die Seele wegen ihrer früheren karmischen Schulden in der Gefangenschaft der Schlange der Zeit ist. Eine solche Stellung der Planeten kann auf ungewöhnliche oder unerwartete Situationen hinweisen, mit denen der Mensch im Leben wegen des Karmas früherer Verkörperungen zusammenstoßen wird.

Bitte erzählen Sie darüber, wie die Kalasarpa-Yoga gebildet wird.

Die klassischen Shlokas beschreiben die Kalasarpa-Yoga folgendermaßen: “Rahu muss sich vor dem Aszendenten befinden und Ketu hinter ihm; alle Planeten müssen zwischen ihnen stehen, wobei keiner von ihnen mit Rahu oder Ketu verbunden sein darf”.

Ein moderner Forscher aus Kerala, der Redakteur der Zeitschrift Jyotisha Masika, Herr K.K. Karap, gibt eine erweiterte Definition der Kalasarpa-Yoga:

Alle Planeten müssen zwischen Rahu und Ketu stehen, wobei kein einziges Haus zwischen Rahu und Ketu leer bleiben darf, d.h. für die Bildung einer Kalasarpa-Yoga müssen die Planeten eine ununterbrochene Kette bilden.

Der Aszendent kann sowohl ein Teil der Kette sein als auch sich außerhalb ihrer Grenzen befinden.

Rahu oder Ketu können im 1. Haus stehen, zugleich bildet eine Stellung der Planeten im 1. Haus an sich noch keine Kalasarpa-Yoga.

Es gibt zwei Arten der Kalasarpa-Yoga: “Anuloma” und “Viloma”

“Anuloma” führt in der Regel zu ausgezeichneten Ergebnissen, während “Viloma” zum größten Teil negativ ist.

Für Anuloma ist eine Stellung Rahus vor dem Aszendenten innerhalb von 6 Häusern kennzeichnend, Ketu steht dabei hinter allen Planeten. Der Eigner dieses Typs der Kalasarpa-Yoga wird einen großen Erfolg im Leben erreichen können. (betrachtet man die Bewegung der Planeten gegen den Uhrzeigersinn, so sind alle Planeten zwischen Ketu und Rahu)

Für Viloma ist eine Stellung Ketus vor dem Aszendenten innerhalb von 6 Häusern kennzeichnend, Rahu steht dabei hinter allen Planeten. Dieser Typ der Kalasarpa-Yoga ist besonders ungünstig. (betrachtet man die Bewegung der Planeten gegen den Uhrzeigersinn, so sind alle Planeten zwischen Rahu und Ketu)

Wie können andere Planeten die Bildung der Kalasarpa-Yoga beeinflussen?

Unter der Bedingung, dass alle Planeten des Horoskops zwischen Rahu und Ketu gelegen sind, können sich ihre besonderen Kombinationen unterschiedlich auf die Aktivität der Kalasarpa-Yoga auswirken:

Steht die Sonne im 8. Haus von Rahu, oder wenn Rahu oder Ketu im 8. Haus vom Mond stehen, wird die Kalasarpa-Yoga aktiviert.

Stehen Rahu oder Ketu im 6., 7. oder 8. Haus vom Aszendenten, so wird der Einfluss der Kalasarpa-Yoga besonders stark sein.

Stehen Rahu oder Ketu in einer Kendra, so überwiegt der negative Einfluss der Kalasarpa-Yoga.

Stehen Rahu oder Ketu in einem Trikona, so wird der Einfluss der Kalasarpa-Yoga positiver sein.

Je nachdem, ob sich die Planeten hinter Rahu oder hinter Ketu bewegen, werden diese Kombinationen als Kalasarpa- oder Kalaamrita-Yoga bezeichnet.

Erzählen Sie, worin genau der Unterschied zwischen der Kalasarpa-Yoga und der Kalamrita-Yoga besteht?

Beide Yogas werden gebildet, wenn alle Planeten des Horoskops zwischen Rahu und Ketu stehen. Einige Autoren behaupten, dass die Kalasarpa-Yoga zu den ungünstigen Planetenkombinationen Viloma gehört, während die Kalamrita-Yoga als Anuloma eine größtenteils positive Wirkung auf das Leben des Horoskopeigners ausübt. In den südlichen Bundesstaaten Indiens besteht die Meinung, dass, wenn sich Rahu zum Punkt seiner Erhöhung bewegt und alle übrigen Planeten des Horoskops sich hinter ihm befinden, eine solche Stellung der Planeten einen positiven Effekt auf das Leben des Horoskopeigners geben kann. Bewegt sich Rahu zum Punkt seines Falls und befinden sich alle übrigen Planeten hinter ihm, so kann eine solche Stellung der Planeten eine ungünstige Wirkung auf das Leben des Horoskopeigners ausüben.

Eine Schule der Astrologie vertritt die Meinung, dass, wenn der Aszendent, die Sonne, der Mond oder ein beliebiger anderer Planet aus der Kette der Kalasarpa-Yoga heraustreten, ihr Einfluss vollständig neutralisiert wird, während eine andere Schule der Astrologie darauf besteht, dass eine Neutralisierung der Kalasarpa-Yoga nur in dem Fall möglich ist, wenn sich zwei oder mehr Planeten außerhalb der Kette befinden.

Welchen Einfluss kann die Kalasarpa-Yoga ausüben?

Da die Mondknoten mit karmischen Attributen verbunden sind, setzt die Kalasarpa-Yoga eine gewisse Einschränkung voraus, unabhängig von anderen Anzeigen in der Geburtskarte. Die Kalasarpa-Yoga ist in der Regel bei Menschen im Alter von 39 bis 45 Jahren am aktivsten.

Ist der Aszendent nicht an der Bildung der Yoga beteiligt und tritt er über die Grenzen der Achse Rahu-Ketu hinaus, so wird der ungünstige Einfluss der Kalasarpa-Yoga teilweise abgeschwächt.

Im Unterschied zu anderen Planetenkombinationen wird die Kalasarpa-Yoga von den Mondknoten gebildet und fördert weder eine Bereicherung noch eine Verschlechterung der materiellen Lage. Diese Yoga betrifft alle Planeten des Horoskops, die sich zwischen den Mondknoten befinden müssen, und weist darauf hin, dass der Mensch in diesem Leben die Früchte des Karmas früherer Verkörperungen ernten wird.

Leidet ein Mensch wegen der Sünden, die in früheren Verkörperungen begangen wurden (Sanchita Karma), und vollbringt er in dieser Verkörperung gute Taten (ein gutes Prarabdha Karma), und ist in seinem Horoskop eine Kalasarpa-Yoga vorhanden, so werden seine Leiden im Laufe des Lebens allmählich abnehmen. Der Eigner eines solchen Horoskops wird ein gutes weltliches Leben umgeben von Familie und Kindern leben.

Befinden sich Rahu oder Ketu in Verbindung mit einem beliebigen Planeten im Aszendenten oder im 7. Haus vom Aszendenten, so neutralisiert das teilweise die negative Wirkung der Kalasarpa-Yoga, da sich im entsprechenden Haus eine Raja-Yoga bildet. Den Eigner eines solchen Horoskops erwarten gute oder schlechte Situationen je nach der Stellung der Herrscher der Häuser und des Aszendenten.

Der Einfluss der Kalasarpa-Yoga wird ebenfalls minimiert, wenn drei oder mehr Planeten in der Erhöhung oder in einer Parivartana-Yoga stehen oder wenn die Herrscher des 2., 4., 9. und 10. Hauses in einem Trikona oder in einer Kendra gelegen sind, wobei sie nicht geschwächt sind, sich nicht in feindlichen Häusern befinden und nicht von ungünstigen Planeten aspektiert werden.

Eine Kalasarpa-Yoga, die sich während der Transite von Rahu und Ketu bildet, kann zu scharfen klimatischen Veränderungen und Naturkatastrophen führen. Entsprechend den Postulaten der vedischen Astrologie wird bei der Berechnung des Einflusses der Kalasarpa-Yoga die Stellung von Uranus, Neptun und Pluto nicht in Rechnung gestellt.

Welche Typen der Kalasarpa-Yoga können Sie noch hervorheben?

Da Rahu und Ketu in einem Winkel von 180° zueinander gelegen sind, können sie 12 verschiedene Typen der Kalasarpa-Yoga bilden.

Die Ananda-Kalasarpa-Yoga: Rahu steht im Aszendenten, Ketu nimmt das 7. Haus ein, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: Hindernisse auf dem Weg zum Fortschritt, eine späte Ehe, eine schwache Gesundheit des Gatten/der Gattin, Unglück in der Ehe. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 27 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet, was seine geistige Entwicklung fördert.

Die Kulika-Kalasarpa-Yoga: Rahu nimmt das zweite Haus ein, Ketu steht im 8. Haus, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: materielle Schwierigkeiten, der Verlust des Erbes, Schulden der Eltern, eine schwache Gesundheit, das Fehlen von Unterstützung durch die Verwandten, versäumte Möglichkeiten wegen der Besonderheiten des Temperaments oder unvorsichtig gesagter Worte. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 33 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Die Vasuki-Kalasarpa-Yoga: Rahu steht im dritten Haus, Ketu nimmt das 9. Haus ein, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: Probleme durch die Brüder und Schwestern, schwierige Beziehungen zu den Eltern, übermäßige Bescheidenheit, das Fehlen von Vertrauen in die eigenen Kräfte, ein niedriger sozialer Status, eine schwache Autorität. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 36 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Die Shankuphala-Kalasarpa-Yoga: Rahu nimmt das vierte Haus ein, Ketu steht im zehnten Haus, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: Schwierigkeiten materieller Art wegen der Situation in der Familie oder wegen der Anfälligkeit für schlechte Gewohnheiten. Ein Mangel an Zielstrebigkeit. Glück in der Arbeit, im Geschäft, in der beruflichen Tätigkeit. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 43 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Die Padma-Kalasarpa-Yoga: Rahu steht im fünften Haus, Ketu nimmt das 11. Haus ein, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Eine solche Kombination der Planeten weist auf ein schlechtes Karma des Menschen oder seiner Eltern in vergangenen Verkörperungen hin. Möglich sind Probleme in allen Aspekten des Lebens, das Fehlen von Glück, ein schweres Leben der Eltern nach der Geburt eines solchen Kindes, die Geburt der Kinder wird sich verzögern oder sie werden in ihrer Tätigkeit keinen Erfolg haben können, nicht ausgeschlossen ist die Geburt von Kindern außerhalb der Ehe, eine schlechte Gesundheit, der Verlust des Erbes, Armut. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 48 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet. Einige Eigner einer solchen Stellung der Planeten beenden ihr Leben außerhalb der Heimat, in fernen Ländern.

Die Mahapadma-Kalasarpa-Yoga: Rahu steht im sechsten Haus und Ketu — im zwölften, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Die schwerste Spielart der Kalasarpa-Yoga, sie betrifft alle Aspekte des Lebens. Möglicher Effekt: eine Fülle von Feinden, eine schwere finanzielle Lage, Enttäuschungen im Leben, die Teilnahme an gesetzwidriger Tätigkeit, Gefängnishaft usw. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 54 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Die Takshata-Kalasarpa-Yoga: Rahu nimmt das siebte Haus ein, und Ketu steht im ersten Haus, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: Probleme im Familienleben, eine Neigung zur Philosophie, zu den okkulten Wissenschaften und zur schwarzen Magie. Sind die anderen Planeten günstig gelegen, so kann ein solcher Mensch ein Heiliger werden und Autorität in der Gesellschaft genießen. Gute Fähigkeiten zur Verwaltung, Möglichkeiten des beruflichen Aufstiegs in dieser Richtung. Unerwartete Lebensveränderungen im Alter von 27 Jahren, die Absage an das weltliche Leben nach 60 Jahren.

Die Karkotaka-Kalasarpa-Yoga: Rahu steht im achten Haus, Ketu nimmt das 2. Haus ein, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: das Fehlen von Glück im Familienleben, Verluste im Geschäft und in der beruflichen Tätigkeit, eine übermäßige Begeisterung für die sinnlichen Genüsse, Probleme mit dem Gesetz, kleine Unglücksfälle, Verschwendungssucht. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 33 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Die Shanchachud-Kalasarpa-Yoga: Rahu nimmt das neunte Haus ein, Ketu steht im dritten Haus, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: Probleme im Geschäft, Probleme im Umgang mit hochgestellten Menschen. Der Eigner eines solchen Horoskops muss aktiv um seine Rechte kämpfen, er kann plötzlich Popularität erlangen und ebenso plötzlich seine soziale Stellung ohne jeden sichtbaren Grund verlieren. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 36 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Die Gataka-Kalasarpa-Yoga: Rahu steht im zehnten Haus, Ketu nimmt das 4. Haus ein, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: Beleidigungen von der Umgebung, Probleme mit der beruflichen Tätigkeit, der materiellen Lage, dem Familienleben, den Immobilien und den Verkehrsmitteln. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 42 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Die Vishdhana-Kalasarpa-Yoga: Rahu nimmt das 11. Haus ein, Ketu steht im fünften Haus, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: der Eigner eines solchen Horoskops hat wenige Kinder, die Beziehungen zu den Kindern sind schwierig, materielle Schwierigkeiten. Sie können ständig fern der Heimat leben. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 48 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Die Sesh-Naga-Kalasarpa-Yoga: Rahu steht im 12. Haus, Ketu nimmt das sechste Haus ein, die übrigen Planeten sind zwischen ihnen gelegen. Möglicher Effekt: übermäßige Sparsamkeit, Interesse an der Politik, Gefängnishaft, heimliche und offene Feinde. Die Probleme verfolgen den Menschen bis 54 Jahre, wonach sich die Situation zum Besseren wendet.

Bitte erzählen Sie über die korrigierenden Maßnahmen, die die negative Wirkung der Kalasarpa-Yoga verringern sollen.

Zur Neutralisierung der negativen Wirkung der Kalasarpa-Yoga wird eine Vielzahl korrigierender Maßnahmen genutzt, darunter das Rezitieren von Mantras, die Durchführung von Yajnas, Homas und Japas und das Tragen bestimmter Edelsteine. Es gibt besondere Tempel (in der Regel mit dem Schlangenkult verbunden), in denen man die entsprechenden Rituale durchführen kann.

Der Eigner einer Kalasarpa-Yoga muss auch lernen, in Harmonie mit dem Universum zu leben. Das Gesetz des Karma lässt sich nicht aufheben, doch der negative Einfluss der Kalasarpa-Yoga lässt sich mit Hilfe verschiedener korrigierender Maßnahmen, einer Neubesinnung auf den eigenen Platz im Leben und der Absage an eine egozentrische Herangehensweise beträchtlich senken.

Zur Minimierung des Einflusses der Kalasarpa-Yoga werden die folgenden korrigierenden Maßnahmen empfohlen:

Das Tragen eines silbernen Rings in Gestalt zweier Schlangen am kleinen Finger, beginnend bei Sonnenaufgang am Mittwoch. Zwei silberne Schlangen kann man auch auf dem Altar oder an jenem Ort aufstellen, an dem Sie beten und Mantras rezitieren. Sprechen Sie bei Sonnenaufgang jedes Tages 108 Mal “Om Rahave Namah” und “Om Ketave Namah”.

Die Darbringung von Urad-Dal-Graupen auf schwarzem Stoff an einen Armen im Laufe von 72 Mittwochen.

Die Waschung im Laufe von 72 Mittwochen in ein und demselben Wasser, wobei man täglich Blütenblätter der Palash-Blume (Palach) hineinlegt und je 108 Mal die Mantras “Om Rahave Namah” und “Om Ketave Namah” rezitiert.

Das Einhalten des Fastens am Tag von Naga-Panchami und das Rezitieren der Naga-Gayatri 1008 Mal.
Die korrigierenden Maßnahmen zur Neutralisierung der negativen Wirkung der Kalasarpa-Yoga werden während Naga-Panchami durchgeführt, am Tag vor Maha Shivaratri, an Amavasya (Neumond, dem 30. Mondtag), wenn dieser Tag auf die Nakshatras Aruda, Svati oder Shatabhisha fällt, sowie an Amavasya (dem 30. Mondtag) oder Purnima (Vollmond), wenn sie auf einen Mittwoch fallen.

Ein Gespräch mit dem Professor der vedischen Astrologie Rama Palaniappan


Die Kala-Sarpana-Yoga — ein Anzeiger für die Vernachlässigung der Lebenspflicht…

Diese Yoga oder Planetenkombination in der Natalkarte ist  unter den Astrologen sehr bekannt.  Die beiden Schattenplaneten Rahu und Ketu werden im Bild einer Schlange dargestellt, deshalb nennt man  diese Yoga Sarpana — Schlange, Kala — Zeit, die Schlange der Zeit… und eine solche Stellung, wenn alle Planeten  gleichsam  in der Gefangenschaft von Rahu und Ketu sind, kann einen starken negativen und sogar kritischen Einfluss auf viele Bereiche unseres Lebens ausüben.

Wie wir wissen, gibt es zwei Arten dieser Stellungen, Kala Sarpana und Kala Amrita;  beide bringen Qualen, Reinigungen und Probleme… Doch Kala Amrita bewegt den Menschen dazu, die Probleme durch Selbstentwicklung und geistige Praxis loszuwerden, und Kala Sarpana bewegt dazu, die Probleme durch den Entschluss zu klären, auf der materiellen Ebene zu handeln…

Es gibt 12 Stellungen von Kala Sarpana und 12 Stellungen von Kala Amrita, und zur Auswahl der Neutralisierung muss man jeden Typ studieren, nämlich  welche Häuser die Yoga betrifft, welche Aspekte sie erhalten und wen Rahu und Ketu aspektieren, ob es irgendwelche Planeten gibt, die diese Yoga zerstören können… es gibt eine Menge  Faktoren,  die man studieren muss…. klar ist eines: dass  eine solche Stellung im Moment der Geburt darauf hinweist, dass das Kind auf der Ebene des Karma (des Handelns), auf der Ebene des Jnana (des Wissens und der Überzeugungen) und auf der Ebene der Upasana (des Glaubens) sündhafte Taten begangen hat und das aus seinen dämonischen Überzeugungen heraus, durch seine Handlungen und geleitet von den Kenntnissen der dämonischen Kultur tat… deshalb muss auch die Upaya, die Korrektur, all diese drei Stufen der Existenz betreffen….

Auf der Ebene des Handelns — der Dienst und das Austeilen von Almosen, auf der Ebene des Wissens — das Verständnis der Gesetze des Karma und der menschlichen Denkweise und Kultur, und auf der Ebene des Glaubens — die Entwicklung und die Annahme des Wissens über Gott,  das Verständnis des eigenen Platzes im Universum, in der Schöpfung Gottes,  der Abhängigkeit von Ihm und die Entwicklung guter Beziehungen zu Ihm…

Rahu und Ketu bewegen sich stets rückläufig — gegen die gewöhnliche Bewegung aller übrigen Planeten; sie haben einen dämonischen Einfluss, was nicht immer schlecht ist, da dieser Einfluss uns stets hilft, unsere sündhaften Wünsche und unsere animalische Natur zu enthüllen, zu reinigen und zu ordnen.