Veshi-Yoga
Das Veshi-Yoga entsteht, wenn irgendein Planet außer dem Mond das zweite Haus von der Sonne aus einnimmt.
Wer mit diesem Yoga geboren wird, ist wahrhaftig, träge, gutherzig, zur Tugend geneigt, hat schiele Augen, ist hochgewachsen und hat eine ausgewogene Weltsicht, besitzt ein gutes Gedächtnis und einen mittelmäßigen Reichtum.
Bilden Wohltäter dieses Yoga, so wird der Geborene beredsam und reich sein und wird seine Gegner vernichten.
Bilden Übeltäter dieses Yoga, so wird der Geborene bedürftig sein und mit bösen Menschen verbunden.
Dieses Yoga entspricht dem Sunapha-Yoga aus den Chandra-Yogas. Je nach der Anzahl der Planeten, die dieses Yoga bilden, sind einunddreißig Spielarten dieses Yoga möglich, ebenso wie im Falle des Sunapha-Yoga. Wie bei den Chandra-Yogas werden Rahu und Ketu nicht als tätige Bestandteile der Ravi-Yogas betrachtet.
Die Ergebnisse des Veshi-Yoga ändern sich je nach dem Planeten, der es bildet.
- Mars. Heldenmut in der Schlacht, ein Wagenlenker, berühmt.
- Merkur. Versteht süß zu reden, stattlich, fähig, andere zum Narren zu halten.
- Jupiter. Mit ausgeglichenem Charakter, wahrhaftig, weise, unerschrocken in der Schlacht.
- Venus. Weithin bekannt, achtenswert, besitzt viele Tugenden, beherzt.
- Saturn. Vom Geschäft eingenommen, geneigt, andere zur eigenen Bereicherung zu betrügen, seinen Vorfahren gegenüber boshaft.
Die Ergebnisse des Veshi-Yoga müssen, wie die der beiden anderen Sonnen-Yogas, sorgfältig herausgearbeitet werden. Die Ergebnisse hängen von der Stärke und der Natur der das Yoga bildenden Planeten ab, davon, welche Häuser diese Planeten beherrschen, in welchen Häusern sie stehen und wie andere Planeten auf sie einwirken.
Die Sonne ist der Planet der Kraft und der Energie. Sie ist gekennzeichnet durch Vorherrschaft, Würde und die Verwaltung von Möglichkeiten. Planeten im zweiten Haus von der Sonne aus helfen ihr, ihre Aufgaben zu erfüllen. Mit anderen Worten: Die Sonne schöpft die Eigenschaften der Planeten aus, von denen aus sie im zwölften Haus steht.

In der Karte VIII-1 sind zwei Wohltäter, Jupiter und Venus, im zweiten Haus von der Sonne aus zu sehen. Wer mit dieser Karte geboren wurde, ist Arzt und bekleidet eine hohe Verwaltungsstellung. Von der Sonne aus ist die Konjunktion Jupiter-Venus eine Kombination des Lagna-Herrschers mit dem Herrscher des elften Hauses im zweiten Haus, was auf finanzielle Beständigkeit hinweist.
Es ist anzumerken, dass am Gaja-Kesari-Yoga der Herrscher des zweiten Hauses und der Herrscher des zehnten Hauses beteiligt sind, die entsprechend das vierte Haus und das Lagna einnehmen; das Gaja-Kesari-Yoga zeigt den Status in der Gesellschaft und die finanzielle Lage.
Andererseits unterstützt der Mond die Bildung eines Kemadruma-Yoga nicht. Zwar hebt der Mond das Kemadruma-Yoga auf, doch nimmt die Stellung des einsamen Mondes im vierten Haus dem Menschen einen Teil der häuslichen Behaglichkeit. Sie war lange Zeit von ihrem Mann entfernt.

Die Karte VIII-2 gehört Acharya Rajneesh, einem berühmten und bekannten Lehrmeister der Neuzeit, der eine eigene, einzigartige, wenngleich zweifelhafte Methode der «Sadhana» oder des geistigen Strebens vertrat.
Ein mächtiges Veshi-Yoga mit vier Planeten außer dem Mond im zweiten Haus von der Sonne aus entsteht im achten Haus vom Lagna aus. Acharya Rajneesh war dank des Mars ein starker Verfechter seiner geistigen Praxis. Jeder, der mit ihm sprach, wurde von der schieren Kraft seiner Argumente erschüttert — dank des Merkur —, die nicht immer mit den allgemein anerkannten Normen übereinstimmten. Er wurde im Kreise seiner zahlreichen Anhänger geachtet — dank der Venus. Er häufte dank des Saturn aus den Spenden seiner zahlreichen Anhänger, von denen viele reiche Ausländer waren, einen gewaltigen Reichtum an. In seinem ungewöhnlichen Streben kritisierte er faktisch alle berühmten Lehrer, die von Krishna kommen. Die Anhäufung einer großen Zahl von Planeten im achten Haus vom Lagna aus ließ ihn den Weg des Widerspruchs zu den allgemein anerkannten Normen gehen. Der Jupiter im achten Haus vom Mond aus bildet ein Shakata-Yoga, das gewöhnlich auf Leiden und Armut hinweist. Der Geborene ist Kämpfen sowie der Unbeständigkeit seines Glücks ausgesetzt. Mond und Jupiter sind jedoch an einem Häusertausch beteiligt, und der im dritten Haus erhöhte Jupiter beseitigt viele der schlechten Folgen des Shakata-Yoga.
