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Ekadashi

Datum 12 Dec 2023
Ekadashi

Ekádashi (Sanskrit — «elf») ist der elfte Tag (Tithi) nach dem Vollmond und/ oder dem Neumond eines jeden Mondmonats. Im vedischen Kalender gelten die Tage des Ekadashi als besonders günstig für das Vollbringen von Askese oder Buße. An den Tagen des Ekadashi soll man entweder vollständig fasten, ohne Wasser, oder sich lediglich der Getreide- und Hülsenfruchterzeugnisse enthalten.

Ekadashi hat eine besondere spirituelle Bedeutung.

Wie fastet man an Ekadashi?

Am Tag des Ekadashi muss man sich den Veden zufolge des Verzehrs von Getreide und Hülsenfrüchten enthalten und besondere Anstrengungen in der spirituellen Praxis unternehmen. In den Veden heißt es, dass das Vollbringen spiritueller Askesen an den Tagen des Ekadashi der Seele hilft, die Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod zu erlangen. Darüber hinaus fördert Ekadashi die Reinigung auf der körperlichen, der mentalen und der spirituellen Ebene. So rät das Ayurveda zu fasten, um die Gesundheit zu bewahren und zu verbessern. Es heißt, dass das Fasten an Ekadashi vielen Krankheiten vorbeugt und sie heilt.

Das Einhalten des Ekadashi ist eine der von den vedischen Schriften festgelegten reinigenden Zeremonien, die dafür geschaffen wurden, dass der Mensch sich spirituell erheben kann. Die Kraft des Ekadashi ist so groß, dass das beständige Einhalten des Fastens an diesen Tagen zur Befreiung des Einzelnen aus dem Kreislauf des Samsara führen kann. Deshalb nennt man Ekadashi bisweilen «die beste aller Möglichkeiten».

Die Regeln für das Einhalten des Ekadashi

Das beste Fasten an Ekadashi ist die vollständige Enthaltung von Speise und Trank. Wem das nicht möglich ist, dem wird empfohlen, nur Speisen zu essen, die kein Getreide und keine Hülsenfrüchte enthalten, und zwar möglichst einmal nach dem Mittag. Diese Speise heißt Nakta (Abendmahlzeit). Sie kann aus beliebigen Wurzelfrüchten außer Roter Bete bestehen, aus Früchten, Wasser, Milchprodukten, Nüssen, Zucker und allen Gemüsen außer Pilzen. An Ekadashi soll man sich bemühen, nicht öfter als einmal zu trinken und zu essen. In der «Bhagavad-Gita» sagt Krishna zu Arjuna, dass derjenige, der an Ekadashi vollständig fastet, den Lohn vollständig erlangt, wer aber Nakta zu sich nimmt, nur die Hälfte erlangt.

Um den vollen spirituellen Segen aus dem Einhalten des Fastens zu erlangen, sollte man den Tagschlaf meiden, das Rasieren, das Einreiben mit Öl, den Genuss von Betelnüssen, das Essen aus Bronzegeschirr, die Berührung einer Frau während ihrer Menstruation sowie den Umgang mit Trinkern, Webern und Wäscherinnen. Beim Verzehr von Speisen sollte man außer Getreide und Hülsenfrüchten auch meiden: Spinat, Honig, Auberginen, Asafoetida und Meersalz (andere Salzarten, wie etwa Kochsalz, sind zulässig), ebenso das Essen in fremden Häusern. Homöopathische Arzneien am Tag des Ekadashi einzunehmen ist nur Kranken erlaubt. Wer wegen einer schweren Krankheit oder hohen Alters nicht zu fasten vermag, soll einen besonders spirituellen Menschen finden und ihm etwas spenden. Ebenso kann er einfach über die Bedeutung eines jeden Ekadashi hören oder lesen. Diese Praxis wird als eine der Methoden empfohlen, das volle Ergebnis des Fastens zu erreichen.

Wurde Ekadashi versehentlich nicht eingehalten, so kann man es am folgenden Tag — am Dvadashi — begehen und das Fasten am dritten Tag — am Trayodashi — brechen. Fällt Ekadashi im Mondkalender mit Dashami — dem zehnten Mondtag — zusammen, so ist es nicht nötig, sich durch Fasten einzuschränken; fällt es aber mit Dvadashi — dem zwölften Mondtag — zusammen, so heißt ein solches Ekadashi «reines Ekadashi» oder Mahadvadashi, und es wird empfohlen, es streng einzuhalten. Mahadvadashi nennt man gewöhnlich ebenfalls Ekadashi.

Nach dem Einhalten des Ekadashi muss man das Fasten innerhalb von 2,5 Stunden nach Sonnenaufgang am folgenden Tag, am Dvadashi, brechen. Den vedischen Schriften zufolge soll jeder, der älter als fünf Jahre ist, das Fasten an Ekadashi einhalten.

Die Segnungen, die man durch das Fasten an den Tagen des Ekadashi erlangt

Die Veden sagen, dass derjenige, der am ersten Tag bei vollem Mond Almosen gibt, einen 100 000-mal größeren Lohn erhält als für eine gewöhnliche Spende, und wer am Tag des Sankranti (der Tagundnachtgleiche) Almosen gibt, erlangt einen 400 000-mal größeren Segen als das gewöhnliche Ergebnis. Allein schon dadurch aber, dass er das Fasten an Ekadashi einhält, erreicht der Mensch alle diese segensreichen Ergebnisse.

Mehr noch: Wer auch nur ein einziges Mal auf vollkommene Weise an Ekadashi gefastet hat, verdient dasselbe wie derjenige, der 60 000 Jahre lang jeden Tag 1 000 Bettler speist. Ein Mensch, der ein einziges Mal Ekadashi richtig einhält, erlangt einen Segen, der den Segen aus der Verteilung von 1 000 Kühen an Brahmanen, welche die Veden vortrefflich kennen, um das Zehnfache übertrifft.

Es sei angemerkt, dass einem Menschen, der einen Brahmachari gespeist hat, zehnmal mehr vergolten wird als demjenigen, der in seinem Haus zehn gute Brahmanen gespeist hat. Wer aber einem bedürftigen und frommen Brahmanen Land schenkt, erreicht 1 000-mal mehr als derjenige, der einen Brahmachari gespeist hat, und 1 000-mal größer als dies ist der Segen daraus, ein reines Mädchen mit einem jungen, gut gebildeten und anständigen Menschen zu verheiraten. Doch 10-mal günstiger als dies ist die rechte Erziehung der Kinder und ihre Unterweisung auf ihrem spirituellen Weg, ohne irgendeinen Lohn zu erwarten. Und dennoch ist es 10-mal besser als dies, einem Hungrigen Brot zu reichen. Das heißt, der Segen aus dem Einhalten des vollständigen Fastens an Ekadashi lässt sich einfach nicht messen oder mit irgendetwas vergleichen.