Der Mond im 5. Haus
Die Ergebnisse, die der Mond im fünften Haus des Horoskops gibt
Chandra (der Mond) im 5. Haus
Der Mond im fünften Haus. Bildung, Verantwortungsbewusstsein, eine gute Stellung in der Gesellschaft, Glück durch die Kinder oder die Schüler. Der Mond im 5. Haus gibt eine Neigung zum Gebet und zum Mantra, fromme Taten, Ehrlichkeit und Glück bei der Geldanlage. (Indubala)
Der Mond im fünften Haus: Liebe zu Genüssen und zu Spekulationen, ein angeborenes Künstlertum. (Sri Govind Swarup Agarwal)
Der Mond im 5. Haus gibt Intellekt, Bildung, Wohlergehen und Kinder. Das ist ein kluger, ruhiger und geduldiger Mensch. Der Mond gibt in diesem Haus mehr Töchter, da er selbst ein weiblicher Planet ist. Der Mensch wird gute, gehorsame, edelmütige Kinder haben. Der Mond gibt hier sehr positive Ergebnisse, da er im 9. Haus vom 9. Haus aus steht. Das ist ein Mensch, der im früheren Leben positives Karma geschaffen hat. Das 5. Haus zeigt zudem Religiosität, Wohltätigkeit, Güte und spirituelle Praxis. Ein positiver Mond verstärkt diese Anzeiger. Steht der Mond im Zeichen Stier, so wird der Mensch eine sehr schöne und gütige Frau haben. Steht der Mond im 5. Haus im Zeichen Schütze, so können die Kinder in der Dasha-Periode des Mondes schwer erkranken. (Mahesh Dharmadasa)
«Bhrigu-Sutra» 2.25-32
Die Frau des Horoskopeigners wird schön sein, doch einen jähzornigen Charakter besitzen und ein unheilvolles Muttermal in der Mitte der Brust haben, das Gefahren verheißt. Ein Mensch, bei dem der Mond im 5. Haus des Horoskops steht, wird arbeitsam sein, einen sattvischen Charakter haben, im Überfluss mit Milch versorgt sein und eine reiche Herde Vieh besitzen. Er wird für seine Familie sorgen, zwei Frauen, mehrere Töchter und nur einen Sohn haben. Der Horoskopeigner wird weibliche Gottheiten verehren. Bei einem günstigen Aspekt auf den Mond wird er anderen Menschen Gutes tun, bei einem verderblichen Aspekt oder einer verderblichen Verbindung nicht. Bei einem starken vollen Mond erhält er eine Vielzahl von Segnungen gelehrter Menschen. Von Ruhm und Kraft erfüllt, wird der Horoskopeigner für andere Menschen sorgen. Nachdem er eine Vielzahl guter Taten vollbracht hat, wird er sehr vom Glück begünstigt, erfolgreich, mit Wissen ausgestattet und ein Raja-Yogi sein.
Kommentare:
Die wichtigste Eigenschaft des 5. Hauses ist die Religiosität, die Neigung zu Gebeten und zur Praxis der Mantras. Alle späteren astrologischen Systeme berücksichtigen die spirituellen Eigenschaften der Häuser nicht, doch in Wirklichkeit sind das die wichtigsten Anzeiger des Karma. Eben anhand dieses Hauses wird das frühere Leben des Menschen bestimmt. Das 5. Haus ist das neunte in Bezug auf das 9. Haus und ist ebenfalls ein Haus des Dharma und des Bhagya. «Dharma» bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt Religiosität, Pflicht, Aufgabe des Menschen, und «Bhagya» wird als «Glück» übersetzt. Die vedische Tradition ist der Ansicht, dass nur das Befolgen des eigenen «Dharma», also der Dienst an Gott und die Verehrung Gottes, dem Menschen Glück bringt, deshalb sind diese beiden Begriffe in einem Haus vereinigt.
Das Vorhandensein wohltätiger Mond und Merkur, Jupiter und Venus im 5. und 9. Haus spricht vom positiven Karma des Menschen, davon, dass er sich in seinen früheren Leben mit spirituellen Praktiken befasst, die heiligen Schriften studiert und eine Vielzahl von Segnungen heiliger Menschen erlangt hat. Das Ergebnis frommer Tätigkeit in früheren Leben ist die Protektion Gottes, der Regierung und des Vaters sowie Ruhm, Reichtum und Gedeihen. Der Mond im 5. Haus des Horoskops gibt als weiblicher Planet eine Neigung zum Dienst an weiblichen Gottheiten: an Radharani und ihren Verkörperungen, an Lakshmi, Durga (Kali), Aphrodite, Demeter oder in der christlichen Tradition an der Jungfrau Maria.
In vedischer Zeit galt, dass man als Raja-Yogi in diesem Zusammenhang nicht nur einen Menschen bezeichnet, der Raja-Yoga praktiziert, sondern auch den «König der Yogis», jenen, der im Laufe des Lebens, während er eine hohe gesellschaftliche Stellung einnahm und alle materiellen Güter genoss, ihnen gegenüber ungebunden und entsagend blieb. Solche erhabenen Persönlichkeiten werden in der vedischen Literatur häufig beschrieben, und ein glänzendes Beispiel der Heiligkeit des Charakters ist der Vater Sitas, der Frau des Herrn Rama, König Janaka, den man Rajarishi oder Raja-Yogi nannte.
Ein Mann kann so viele Frauen haben, wie er materiell vollständig versorgen kann; außerdem muss der Mann für seine Frauen ein spiritueller Lehrer und Mentor sein. Die Anwesenheit des Mondes im 5. Haus gibt Reichtum und Religiosität und folglich die Möglichkeit, mehrere Frauen zu haben. In der Gegenwart, da das Befolgen des eigenen Dharma und der vedischen Grundsätze praktisch verlorengegangen ist und die Selbsterkenntnis auf einem sehr niedrigen Niveau steht, gibt eine solche Stellung des Mondes im Horoskop eines Mannes eine Neigung zu außerehelichen Verbindungen.
Der Mond ist ein weiblicher und fruchtbarer Planet, und seine Anwesenheit im 5. Haus — dem Haus der Kinder — gibt tatsächlich viele Kinder, besonders Mädchen. Ist der Mond im Horoskop ein Wohltäter, so kann sein Inhaber auf seine Kinder stolz sein.
Andere Meinungen bezüglich des Mondes (Chandras) im 5. Haus:
«Brihat-Jataka» — viele Kinder.
«Phaladipika» — mit einem hohen Intellekt bedacht, wird der Horoskopeigner gute Kinder haben und wird Minister des Königs.
«Saravali» — der Horoskopeigner wird scheu und schüchtern, weise und gerühmt sein, wird eine hohe Bildung, gute Freunde und gute Kinder haben.
«Chamatkar-Chintamani» — Glück erwartet den Horoskopeigner im Kreis seiner Kinder. Er erreicht Reichtum, Wohlstand und Erfolg in Finanz- und Bankgeschäften und bleibt dabei ein religiöser Mensch.
Anmerkung: Zu den in der «Bhrigu-Sutra» aufgezählten Eigenschaften des Mondes im 5. Haus fügen die Autoren einen hohen Intellekt, eine gute Bildung und Weisheit hinzu, was den Anzeigern des 5. Hauses durchaus entspricht.
«Bhrigu-Sutra» mit Kommentaren von Indubala
«Jataka-Bharanam» 17:17
DIE ERGEBNISSE DER STELLUNG CHANDRAS IN DER 5. BHAVA
Bei einer Stellung Chandras in der 5. Bhava wird der Mensch ein Einsiedler (einer, der die Sinne und Leidenschaften bezwungen hat), wahrhaftig, fröhlich, reich sein, wird Nachkommenschaft, Komfort, Glück und edle Eigenschaften (einen edlen Charakter) besitzen.
Kommentare: Steht Chandra in der 5. Bhava [dem 5. Haus] und ist mit Kraft bedacht, so ist der Mensch rein (zur Reinheit geneigt), sein Gedächtnis ist außerordentlich stark, er hat die Begabung, erfolgreiche und leichte Pläne zu entwerfen. Ist Chandra aber der Kraft beraubt, so können die Ergebnisse entgegengesetzt sein. Steht Chandra in einem weiblichen Zeichen, so hat der Mensch viele Töchter, er verehrt die Göttin (Durga) und ist seiner Familie, seiner Frau und seinen Kindern ergeben.

