Ruchaka-Yoga
Das Ruchaka-Yoga bildet der Mars, wenn er in einem der Winkelhäuser [also im 1., 4., 7. und 10. Haus des Horoskops — Anm. d. Red.] im Widder, im Skorpion oder im Steinbock steht. Die Ergebnisse: ein kräftiger Körperbau, Anziehungskraft, Redseligkeit, ein langes Leben, Reichtum, ein Kommandoposten in der Armee.
Sri Govind Swarup Agarwal — «Vedische Astrologie»
Der Mars gibt eines der Pancha-Mahapurusha-Yogas — das Ruchaka-Yoga. Ruchaka (der Strahlende, Glänzende) ist ein Befehlshaber, ein Feldherr. Es gibt Mut, Kraft, Entschlossenheit und Führungseigenschaften.
Grundkurs der vedischen Astrologie an der Schule von Wassili Tuschkin «Surya-Siddhanta»
Ein Mensch mit dem Ruchaka-Yoga ist anziehend und sieht gut aus. Er hat ein angenehmes Gesicht, schöne Brauen, dunkles Haar und gewöhnlich eine helle Gesichtsfarbe. Er hat eine schmale Taille und schlanke Beine. Dieser Mensch ist mutig und beherzt, voller Kraft und Energie, liebt Abenteuer und erwirbt sich auf diese Weise Ruhm und Namen. Er tritt königlich auf und ist stets zum Kampf bereit. Er ist Befehlshaber oder Anführer irgendeiner Gruppe, liebt körperliche Anstrengung und besiegt seine Gegner.
Das Ruchaka-Yoga gibt dem Menschen die Fähigkeit zur Selbstbeschränkung. Ein solcher Mensch achtet die Älteren, die Lehrmeister und die Brahmanen. Er ist auch ein Kenner der heiligen Schriften und magischer Beschwörungen gegen Feinde — wie man tötet, gefangen nimmt, unterwirft, entzweit und Feindschaft sät. An ihm finden sich Verbrennungen, Narben und Spuren chirurgischer Eingriffe. Er lebt glücklich bis siebzig Jahre, kann die Welt in der Nähe eines Tempels verlassen; der Tod kann durch Feuer oder Waffen eintreten.
Anmerkung: Das Ruchaka-Yoga entsteht, wenn der Mars im Horoskop vorherrscht. Seiner Natur gemäß beschenkt der Mars den Menschen mit Überlegenheit, macht ihn wacker und gibt ihm die Liebe zum Abenteuer, was zu körperlichen Leiden und Wunden führt. Ein starker Mars ist körperliche Kraft und Überlegenheit im Kampf. Man muss die Stärke des Mars jedoch nicht nur in der Geburtskarte betrachten, sondern auch in den Vargas, besonders im Navamsha. Ist der Mars dort schwach, so zeigt sich das Ergebnis des Yoga nicht in vollem Maße.
Mitunter lässt sich beobachten, dass ein Horoskop eines oder sogar mehrere Pancha-Mahapurusha-Yogas haben kann, ohne dass sie bemerkt werden. Um diese Yogas gebührend auszuwerten, müssen daher einige Punkte beachtet werden.
- Der Planet, der das Yoga bildet, muss stark sein, sowohl in der Geburtskarte (nach Shadbala) als auch in den Vargas. Dieser Planet zeigt seine Eigenschaften nur dann vollständig, wenn er stark ist. Ein vorherrschender Mars ist Kraft und Aggression, der Merkur — Intelligenz und Tugend, der Jupiter — Weisheit und Beredsamkeit, die Venus — Schönheit und Genuss und der Saturn — Einfluss auf die Massen und Unglück.
2. Ein Pancha-Mahapurusha-Yoga gibt keine Ergebnisse, wenn Sonne oder Mond in Konjunktion mit dem Planeten stehen, der dieses Yoga bildet. In diesem Fall gibt der Planet günstige Ergebnisse nur in seiner Dasha. Das kommt einer Aufhebung des Mahapurusha-Yoga gleich.
- Stehen Sonne und Mond entsprechend nicht bei dem Planeten, der das Yoga bildet, so zeigt sich dieses Mahapurusha-Yoga vollständig und bringt seine Früchte nicht nur in seiner Dasha. Mit anderen Worten: Dieses «makellose» Mahapurusha-Yoga zeigt sich nicht nur in der Dasha des Planeten, der es bildet. Dieses Yoga wirkt folglich das ganze Leben hindurch. Es ist dem Nabhasa-Yoga vergleichbar. Das Vorhandensein mehrerer solcher günstigen Yogas im Horoskop hebt den materiellen und beruflichen Status des Menschen, unabhängig von der Dasha.
K.S. Charak — «Yogas in der Astrologie»





aus dem Buch von Oleg Tolmatschow «Die Rektifikation der Geburtszeit. Die Bestimmung des Lagna»
