Der Mond im 1. Haus
Ergebnisse, die der Mond im ersten Haus des Horoskops gibt
Chandra (der Mond) im 1. Haus
Der Mond im 1. Haus. Schönheit, Beliebtheit, Empfindsamkeit, Sanftheit, viele Reisen, viele Veränderungen, eine Neigung zum geistigen Leben, ein glückliches Familienleben. (Indubala)
Der Mond im ersten Haus:
a) dem Menschen fehlt die Unabhängigkeit im Urteil, innere Schwankungen, äußerste Subjektivität, ein leichtes Gemüt, eine angenehme Persönlichkeit, ein anziehendes Äußeres;
b) bei Neumond im Lagna (wenn weder die Sonne noch der Mond das Zeichen des Aszendenten beherrschen) leidet die Gesundheit;
c) ein zunehmender Mond gibt einen guten Körperbau. (Sri Govind Swarup Agarwal)
Der Mond im 1. Haus. Das sind sehr sanfte Menschen. Es ist angenehm, sie zu sehen. Der Mond im ersten Haus behindert die materielle Entwicklung. Das erste Haus ist das Gehirn. Der sehr schnelle Mond passt nicht zum ersten Haus. Die Arbeit des Gehirns geschieht sehr schnell. Solche Menschen sind weitblickend. Sie bereiten sich im Voraus auf das Schlechte vor und treffen unnötige Vorsichtsmaßnahmen. Sie fürchten sich sehr davor, auf Unannehmlichkeiten zu treffen. Sie denken: was soll ich tun, wenn es so kommt? Was soll ich tun, wenn es nicht so kommt? … und so weiter.. eine solche Vorsicht behindert sie in den Angelegenheiten beständig. Will man in der materiellen Welt Erfolg erreichen, so muss man es verstehen, augenblickliche Entscheidungen zu treffen und zu riskieren. Steht der Mond im 1. Haus, so fällt es dem Menschen schwer, augenblickliche Entscheidungen zu treffen. Andererseits gefällt ihnen alles nicht. Wenn es heiß ist, klagen sie, und wenn es kalt ist, klagen sie ebenfalls. Sie lieben es nicht, auf Unannehmlichkeiten zu treffen, und wollen zugleich die Zeit nicht gleichförmig und ruhig verbringen.
Sie sind sehr wechselhaft. Ihre Stimmung ändert sich schnell. Sie können nichts lange in einem Tempo tun. Aus irgendeinem Grunde ändert sich all das und hält an. Sie selbst sind ebenfalls sehr beweglich. Sie wollen am Wasser sein. Die Geschwindigkeit der Handlung verringert sich, wenn der Mond mit einem langsamen Planeten verbunden ist. Der faulste Planet ist der Saturn. Steht der Mond in Verbindung mit dem Saturn, so können diese Schwankungen ausbleiben. Ist der Mond nicht zunehmend und steht er in Verbindung mit oder unter dem Aspekt von Übeltätern, so verschwinden die gütigen, guten Eigenschaften. Ein abnehmender Mond ruft in seiner Dasha-Periode Melancholie, Trauer und schlechte Gesundheit hervor. Hier ist es sehr gut, einen zunehmenden Mond zu haben. (Mahesh Dharmadasa)
«Bhrigu-Sutra» 2.1-8
Einen unbeständigen Verstand, aber ein schönes Äußeres besitzt ein Mensch, wenn der Mond im 1. Haus seines Horoskops steht. Häufige Krankheiten des Körpers bringen ihm Leiden, und Erleichterung findet er an Orten, wo es irgendein Gewässer gibt. Mit 15 Jahren unternimmt er viele Reisen. Steht der Mond im Widder, im Stier oder im Krebs, so wird der Horoskopeigner in den Shastras bewandert sein. Ein Mensch, bei dem der Mond im 1. Haus steht, wird reich und glücklich werden, wird unter der Gunst des Königs stehen, er selbst aber wird des Verstandes beraubt sein. Er wird körperlich stark sein und eine zarte Haut haben. Wird der Mond von einem segensreichen Planeten aspektiert, so wird der Horoskopeigner stark, vernünftig, gesund, reich und redegewandt sein. Ist der Herrscher des Lagna schwach, so ist schlechte Gesundheit zu erwarten, doch liegt dabei ein guter Aspekt vor, so wird die Gesundheit gut sein.
Kommentare:
Der Mond versinnbildlicht die Schönheit, deshalb gibt seine Anwesenheit im Lagna dem Horoskopeigner eine besondere Anziehungskraft und bedenkt ihn mit Magnetismus, Charme und Mystizismus. Das 1. Haus zeigt die Grundzüge des Charakters eines Menschen. Die Persönlichkeit «saugt» sozusagen die Natur der Planeten auf, die im Lagna stehen. Deshalb wird der Horoskopeigner einen sanften, romantischen Charakter haben. Sein Geist wird durchgeistigt sein, aber unruhig und unbeständig, denn der Mond, die Manas-Karaka und der Anzeiger des Verstandes, hat eine wechselhafte Natur. Der Mond ist ein wässriger Planet, deshalb werden dem Horoskopeigner Orte gefallen, an denen sich das Wasserelement zeigt. Steht er im Lagna im Widder, im Stier oder im Krebs, so ist der Mond Herrscher des 4., des 3. bzw. des 1. Hauses. Überdies ist die Stellung des Mondes im 1. Haus in den Zeichen Skorpion, Waage und Fische günstig, als Herrscher des 9., des 10. bzw. des 5. Hauses, und bringt dem Horoskopeigner oder seinen Kindern Glück, Erfolg und Bekanntheit. Bei einer günstigen Stellung des Mondes oder beim Einfluss guter Aspekte auf ihn wird der Horoskopeigner ohne Zweifel mit irgendeinem Talent, mit Wissbegierde und einer Weite der Interessen bedacht sein, wird aber in seinen Beschäftigungen unbeständig sein, weil er es nicht versteht, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Sehr gute Ergebnisse sind bei einer Stellung des Jupiter im 7. Haus zu erwarten, denn dabei bildet sich ein Gajakesari-Yoga, das von Edelmut und Großmut des Horoskopeigners, von seinem Ruhm und seiner Autorität spricht. Die vedische Astrologie hält dafür, dass der Mond kraft seiner wechselhaften Natur im Horoskop ein segens- oder ein übelbringender Planet sein und folglich die positiven oder die negativen
Eigenschaften eines Hauses zutage bringen kann. Zum Beispiel kann der Mond im 1. Haus in einem Horoskop von einer glücklichen Ehe, von Beliebtheit, von einem fürsorglichen und liebenden Charakter sprechen, in einem anderen aber umgekehrt von Problemen in den ehelichen Beziehungen, von Überspanntheit und Launenhaftigkeit des Horoskopeigners. Der Mond wird günstig, wenn
er voll oder zunehmend ist, und überdies hängt der gute Einfluss des Mondes davon ab, wie stark der Herrscher des Zeichens ist, in dem er steht.
Andere Meinungen bezüglich des Mondes (Chandras) im 1. Haus:
«Brihat-Jataka» — außer bei einer Stellung des Mondes im Widder, im Stier oder im Krebs gibt dieser Stand des Mondes Schweigsamkeit, Dummheit, Gemeinheit, Unredlichkeit und Knechtseligkeit. Beim Horoskopeigner können Augen- und Ohrenkrankheiten auftreten. In seinem eigenen Zeichen oder im Zeichen der Erhöhung bringt der Mond im 1. Haus Reichtum, und wenn er im Widder steht — viele Kinder.
«Phaladipika» — mit einem kräftigen Körperbau, mit Furchtlosigkeit, Reichtum und einem langen Leben wird ein Mensch bedacht, der in der hellen Hälfte des Mondmonats geboren ist (Shukla-Paksha — der zunehmende Mond). Die entgegengesetzten Ergebnisse sind im Augenblick eines Standes des Mondes in der dunklen Hälfte des Mondmonats oder Krishna-Paksha zu beobachten.
«Saravali» — der Mond im Widder, im Stier, im Krebs oder ein Vollmond im Lagna zeigt sich in Freigebigkeit, Großmut, guten Charaktereigenschaften und Wohlstand. Ein abnehmender Mond im 1. Haus macht den Horoskopeigner geizig, knauserig und unruhig. Oft ist ein solcher Stand des Mondes in den Horoskopen taubstummer Menschen vorhanden.
«Chamatkar-Chintamani» — steht der Mond im Widder, im Stier oder im Krebs, so sind Reichtum und ein komfortables Leben zu erwarten. Der Aufenthalt des Mondes in den übrigen Zeichen im 1. Haus spricht von Armut, Schwäche, Taubheit und Dummheit des Horoskopeigners.
Anmerkung: Alle maßgeblichen Quellen vermerken günstige Ergebnisse bei einer Platzierung des Mondes im Widder, im Stier und im Krebs im 1. Haus. Wir erlauben uns, mit der «Chamatkar-Chintamani» hinsichtlich der negativen Eigenschaften einer Stellung des Mondes in den Fischen, im Skorpion und in der Waage nicht übereinzustimmen, denn dabei ist der Mond
Herrscher des 5., des 9. bzw. des 10. Hauses und bringt sehr günstige Ergebnisse. Bei der Deutung der Stellung des Mondes ist sein Charakter zu berücksichtigen: der segensbringende im Falle des Shukla-Paksha und der verderbliche beim Krishna-Paksha.
«Bhrigu-Sutra» mit Kommentaren von Indubala
«Jataka-Bharanam» 17:13
DIE ERGEBNISSE DER STELLUNG CHANDRAS [DES MONDES] IM LAGNA:
Ist Chandra im Lagna im Rashi Karka [Krebs], Vrishabha [Stier] oder Mesha [Widder] gelegen, so wird der Mensch freigebig, schön und reich sein, er erhält alle Arten sinnlicher Vergnügungen und wird unter den tugendhaften Menschen hervorragen. Ist Chandra (im Lagna) in anderen Rashis [Zeichen] gelegen, so wird der Mensch nicht hinreichend beherrscht sein, wird unedle Taten begehen, wird taub, stumm und verkrüppelt (behindert) sein. Im Falle eines abnehmenden <dunklen> Chandra werden die Ergebnisse außerordentlich ungünstig (verderblich) sein.
Kommentare: Das Rashi [Zeichen], in dem Chandra [der Mond] gelegen ist, nennt man das «Chandra-Lagna» des Menschen. Eine Graha [ein Planet], die im Lagna steht, welche auch immer sie sei, nimmt großen Einfluss auf die Eigenschaften und den Charakter des Menschen. Ist aber im Lagna Chandra [der Mond] gelegen, so erhält der Mensch unbedingt die Ergebnisse <dieser Graha im Lagna>, denn Chandra, im Rashi des Lagna gelegen, macht dieses Rashi zu zwei Lagnas (das heißt, das Rashi wird zweifach zum Lagna). Die meisten alten Autoren über die vedische Astrologie meinen, dass Chandra im Rashi Vrishabha [Stier], Karka [Krebs] oder Mesha [Widder] im Lagna Reichtum, Glück, Verstand, Schönheit, Glück und gute Eigenschaften gibt. Die Abhandlung «Bhrigu-Sutra» sagt, dass der Mensch, wenn Chandra im Lagna steht, eine Krankheit und Gefahr vom Wasser haben wird. Außerdem weist sie auch darauf hin, dass er wahrscheinlich, wenn der Mensch 15 Jahre alt ist, viele Reisen unternehmen muss.
Chandra ist eine Jala-Graha, ein Planet des Wassers. Deshalb ist er, wenn er in einem Rashi feuriger Natur steht, außerordentlich wohltätig, denn die Verbindung der Grundelemente Feuer und Wasser gibt Dampf, der die Energie versinnbildlicht; dank dessen wird der Mensch viel Energie, Bereitschaft, Entschlossenheit zum Handeln, Eifer (Arbeitsamkeit) und ein unbezähmbares Verlangen haben, die Führung zu erlangen und Erfolg zu erreichen. Infolge dieser Tugenden <Eigenschaften> wird es kein Ziel geben, das er nicht erreichen könnte.

