Hamsa-Yoga
Das Hamsa-Yoga bildet der Jupiter im Krebs, im Schützen oder in den Fischen in einem Winkelhaus [also im 1., 4., 7. oder 10. Haus des Horoskops — Anm. d. Red.]. Ein Mensch mit einem solchen Yoga zeichnet sich durch Anziehungskraft, Reinheit der Seele und Rechtschaffenheit aus; er ist reich, lebt im Luxus und genießt die Achtung der Umstehenden.
Sri Govind Swarup Agarwal — «Vedische Astrologie»
Der Jupiter gibt eines der Pancha-Mahapurusha-Yogas — das Hamsa-Yoga (der Schwan). Es macht den Menschen zum Gelehrten, zur Spiritualität geneigt, bekannt und tugendhaft.
Grundkurs der vedischen Astrologie an der Schule von Wassili Tuschkin «Surya-Siddhanta»
Ein Mensch mit dem Hamsa-Yoga hat eine helle Gesichtsfarbe, ausgeprägte Wangen, ein schönes Gesicht und einen goldenen Schimmer auf der Haut. Seine Nägel und Handflächen sind rötlich, die Füße wunderbar und die Augen von der Farbe des Honigs. Die Stimme ist süß wie die eines Schwans. Er hat einen phlegmatischen Charakter und liebt den Wassersport. Er ist im Sex unersättlich.
Ein Mensch mit diesem Yoga hat einen Durst nach Wissen und nach dem Studium der heiligen Schriften. Er ist tugendhaft, hilft anderen, ist mit einer schönen Frau gesegnet und in vortrefflicher körperlicher Verfassung. Er lebt bis zu hundert Jahren in Behaglichkeit und kann diese Welt im Wald verlassen.
Anmerkung: Der Jupiter gibt dem Menschen Tugend, Bildung und Beredsamkeit, Gnade und Würde.
Mitunter lässt sich beobachten, dass ein Horoskop eines oder sogar mehrere Pancha-Mahapurusha-Yogas haben kann, ohne dass sie bemerkt werden. Um diese Yogas gebührend auszuwerten, müssen daher einige Punkte beachtet werden.
- Der Planet, der das Yoga bildet, muss stark sein, sowohl in der Geburtskarte (nach Shadbala) als auch in den Vargas. Dieser Planet zeigt seine Eigenschaften nur dann vollständig, wenn er stark ist. Ein vorherrschender Mars ist Kraft und Aggression, der Merkur — Intelligenz und Tugend, der Jupiter — Weisheit und Beredsamkeit, die Venus — Schönheit und Genuss und der Saturn — Einfluss auf die Massen und Unglück.
2. Ein Pancha-Mahapurusha-Yoga gibt keine Ergebnisse, wenn Sonne oder Mond in Konjunktion mit dem Planeten stehen, der dieses Yoga bildet. In diesem Fall gibt der Planet günstige Ergebnisse nur in seiner Dasha. Das kommt einer Aufhebung des Mahapurusha-Yoga gleich.
3. Stehen Sonne und Mond entsprechend nicht bei dem Planeten, der das Yoga bildet, so zeigt sich dieses Mahapurusha-Yoga vollständig und bringt seine Früchte nicht nur in seiner Dasha. Mit anderen Worten: Dieses «makellose» Mahapurusha-Yoga zeigt sich nicht nur in der Dasha des Planeten, der es bildet. Dieses Yoga wirkt folglich das ganze Leben hindurch. Es ist dem Nabhasa-Yoga vergleichbar. Das Vorhandensein mehrerer solcher günstigen Yogas im Horoskop hebt den materiellen und beruflichen Status des Menschen, unabhängig von der Dasha.
K.S. Charak — «Yogas in der Astrologie»

HAMSA-MAHAPURUSHA-YOGA
Beschreibung
Parashara Muni — «Brihat-Parashara-Hora-Shastra»
Körperliche Besonderheiten
Ein Mensch mit dem Hamsa-Yoga hat eine tiefe, klangvolle Stimme (ähnlich der eines Schwans). Er ist schön und hat eine gut ausgebildete Nase. Er hat Augen von honigfarbener oder gelblich-brauner Farbe, rötliche Nägel (und Lippen), einen scharfen Intellekt, kräftige Wangen, eine große Stirn und schöne Beine. Er hat die Zeichen des Fisches, des Ankusha (des eisernen Hakens, mit dem man einen Elefanten lenkt), des Bogens, des Dreizacks, der Muschel und des Lotos an seinen Händen und Füßen. Er ist 96 Angula (etwa 5′ 9″, wenn eine Hasta 17″ misst) groß.
Charakter und Natur
Er verhält sich wie ein König und besitzt einen phlegmatischen Charakter. Er ist leidenschaftlich, und seine Leidenschaft bleibt unbefriedigt. Er liebt das Schwimmen und den Wassersport. Er genießt die Fülle des Lebens und lebt 100 Jahre lang glücklich. Er ist Herr der Gebiete um die Ganga und die Yamuna.
Kommentar
Eine unerfüllte Leidenschaft kann sich auf verschiedene Weise zeigen, und die Planeten, die auf den Jupiter Einfluss nehmen, verändern die Natur ihrer Wirkung. Liegt ein Guru-Mangala-Yoga vor, eine Verbindung von Jupiter und Mars im Hamsa-Yoga, so kann sich das als freiwillige Trennung vom Ehepartner zeigen, denn der Mars weist auf die Ehelosigkeit hin. Wir finden dieses Yoga in der Karte Bhagavan Shri Ramas [Karte 1], wo der Herr auf Seine Gemahlin verzichtete, um den Wunsch eines Bewohners Seines Reiches zu erfüllen. Wir finden dieses Yoga auch in der Karte Shri Aurobindos, der nach seiner Rückkehr aus dem Gefängnis auf seine Frau verzichtete und fortfuhr, den Ashram in Pondicherry (Auroville) zu bilden [Karte 2]. In beiden Fällen wird der Herrscher des siebten, der Saturn, nicht vom Jupiter aspektiert. Der scharfe Intellekt ist eine der Besonderheiten, die sich bei Shri Rama in der Auslegung der Dharma-Shastras und bei Aurobindo in seinem monumentalen Werk «Savitri» zeigte. Obwohl eine Lebensdauer von 100 Jahren gewöhnlich nicht gegeben ist, da das Mahapurusha-Yoga nicht ohne Mangel ist, treten ein langes Leben und Schutz gewöhnlich dann ein, wenn der Jupiter im Lagna steht. Der Mensch ist auch siegreich im Kampf, wenn der Mars stark ist und vom Jupiter aspektiert wird, wie in der Karte Shri Ramas. In der Karte Aurobindos ist der Mars geschwächt und gab sehr schlechte Erfahrungen im Zusammenhang mit der Politik. Das Hamsa-Mahapurusha-Yoga kann sich für ein Lagna in festen Zeichen nicht bilden, da der Jupiter die zweifachen Zeichen beherrscht und in einem beweglichen Zeichen erhöht ist. Die Züge des Jupiter, ähnlich dem Stein Pushparaga (dem gelben Saphir, der die Strahlen der Morgensonne besitzt), müssen an dem Menschen zu bemerken sein. Die Spiritualität wird ein wesentlicher Aspekt ihres Lebens sein, und sie werden gewiss die heiligen Schriften lesen, wenn das Yoga im Lagna gebildet ist. Ein solcher Jupiter muss sie vor allen Nöten schützen, den vorzeitigen Tod eingeschlossen, denn der Jupiter (Jiva) hat die Fähigkeit, Yama — den Gott des Todes — zu vertreiben.
Beispiele zum Studium:


Sanjay Rath hat das Hamsa-Mahapurusha-Yoga und begann im Alter von 32 Jahren zu lehren und Bücher über Jyotisha zu schreiben.

Zusammengestellt von Pandit Sanjay Rath
Übersetzung: Chandramukha das
Parashara Muni (BPHS)



aus dem Buch von Oleg Tolmatschow «Die Rektifikation der Geburtszeit. Die Bestimmung des Lagna»

