Der Ketu im 6. Haus
Ergebnisse, die Ketu im sechsten Haus des Horoskops gibt
Ketu im 6. Haus. Das ist eine starke Position, die sagt, dass von der ganzen Familie, in der er geboren ist, die Stellung dieses Menschen die höchste ist. Diese Menschen sind fähig, den Widerstand ihrer Gegner zu überwinden; sie genießen Auslandsreisen oder leben im Luxus. Sie haben eine nicht schlechte Intuition, sie sind vernünftig und gut in Debatten. Sie können Krankheiten der Augen oder der Zähne haben. Diese Menschen sind im Erreichen ihrer Ziele beharrlich; gewöhnlich wollen sie ihren eigenen Weg gehen, und sie gehen ihn. (Tom Hopke)
Ketu im 6. Haus, Rahu im 12. Haus
Das 12. Haus zeigt mehr die Entfernung, die Isolation, die Leiden, die Krankheiten. Rahu ist ein Gesetzesbrecher. Rahu im 12. Haus gibt Probleme mit dem Gesetz und Gerichtsverfahren. Das ist eine typische Stellung für das Kriminelle. Rahu im 12. Haus gibt nicht immer eine Haftstrafe. Rahu lässt den Menschen an solche Orte geraten, an denen die Menschen leiden oder in Isolation sind, wie zum Beispiel das Gefängnis, das Krankenhaus, die Klöster, die Altenheime und so weiter. Mitunter finden Menschen mit einer solchen Stellung Arbeit an diesen Orten. Eine solche Stellung Rahus lässt sich bei Gerichts- und Medizinarbeitern und bei Freiwilligen beobachten. Solche Menschen reisen oft in ferne Länder und leben fern von ihren Angehörigen.
Steht Rahu im 12. unter dem Aspekt von Übeltätern, so muss der Mensch, selbst wenn er sich im Ausland befindet, dennoch einen schweren Weg gehen. Besonders muss man in der Periode der Maha-Dasha Rahus sehr vorsichtig sein. Das 12. Haus zeigt den Tod und Moksha. Rahu im 12. Haus bedeutet, dass der Mensch sich in diesem Leben mit geistigen Praktiken befassen muss. Rahu gibt dem Menschen Probleme, damit er begreift, in welche Richtung er sich bewegen muss, um die Leiden loszuwerden.Das 12. Haus zeigt auch die Verluste und die Befreiung. Um die Befreiung zu erlangen, muss man die materiellen Anhaftungen loswerden. Wir sehen Rahu im 12. Haus bei jenen Menschen, die stark nach der ewigen Freude streben. Bei vielen Mönchen, Priestern und Asketen lässt sich Rahu im 12. Haus sehen. (Mahesh Dharmadasa)

Ketu im 6. Haus
Ketu im 6. Haus: edle Bestrebungen, ein fester Wille, Erfolg in den Unternehmungen, Glück, Macht, Bekanntheit, Beliebtheit, materielle Güter, das Erreichen der Ziele. Er hat viele Feinde, besiegt sie aber; schlechte Beziehungen zum Onkel mütterlicherseits. Ein starkes Immunsystem und eine gute Gesundheit, eine entwickelte Intuition und okkulte Fähigkeiten.
Während der Antar-Dasha eines vom Saturn aspektierten Ketu im 6. Haus kann sich die Gesundheit verschlechtern. (Sri Govind Swarup Agarwal)
Ketu im 6. Haus, Rahu im 12. Haus: die karmische Aufgabe
Diese Stellung der Knoten kann den Menschen mehr als jede andere von einem Extrem in das andere stürzen. Diese Stellung macht die Grenze zwischen Genialität und Wahnsinn, zwischen Selbstbewusstsein und Paranoia beinahe unmerklich. Diese Extreme auszugleichen ist recht schwer, und oft liegt auf solchen Menschen das Siegel einer unüberwindlichen Vorbestimmung.
Ketu im 6. Haus gibt weltliche Reichtümer und Macht. Die Wahrscheinlichkeit dafür wächst, wenn der Jupiter über einen Aspekt oder eine Verbindung mit Ketu verbunden ist.
Ketu im 6. bewegt den Menschen dazu, von seinen Untergebenen allzu viel zu erwarten. Ihm selbst fällt es ebenso schwer, fremden Befehlen zu folgen, und er fühlt sich bei einer gewöhnlichen Arbeit von 9 bis 18.00 Uhr schlecht. Für seine Mentalität passt ein unabhängiges Unternehmertum besser.
Dem Nativen ist es nicht zu empfehlen (da er eine solche Neigung hat), sich besonders in die Themen des 6. Hauses zu versenken, solche wie: Krankheiten, Diener, Feinde und so weiter. Solche Menschen haben keinen Mangel an Feinden, die sie selbst geschaffen haben oder die das Schicksal geschickt hat, und oft fehlt es ihnen in den Beziehungen zu ihren Gegnern an Diplomatie.
Ketu im 6. gibt dem Menschen klare Begriffe von Arbeitsethik, Reinheit und Moral, und das bewegt den Nativen dazu, seine Urteile zu äußern und anderen seine Ideen aufzudrängen.
Die einem solchen Menschen eigene Willenskraft erlaubt ihm, früher oder später seine Ziele zu erreichen. Doch muss er seine Antriebe zügeln, seinen Einfluss auf alles um sich her auszudehnen.
Rahu im 12. Haus betont die Bedeutung der Anzeiger des 12. Hauses für den Menschen, solcher wie die Empfänglichkeit, die Erdichtungen, die Abgeschiedenheit, das Schicksal, die vergangenen Leben, das Karma, die Flucht vor der Realität, ein übermäßiges Nachgeben gegenüber den Gefühlen, das Streben nach Luxus, die Verluste, die Aufwendungen, die Wohltätigkeit, die Verbindung zum Ausland, die Einschränkungen, die Einkerkerung, die Verbindung zu den feinen Ebenen des Seins, die Phantasie, die Paranoia, das Unterbewusstsein, die Träume, die Visionen, die Trauer, die Entsagung, die Befreiung.
Nimmt man alle oben aufgeführten Anzeiger des 12. Hauses in Betracht und stellt sich vor, dass sie zur Grundlage des Tätigkeitsfeldes für einen solchen Menschen werden, so wird klar, warum selbst erhabene Seelen mit dieser Kombination der Knoten nur mit Mühe zurechtkommen.
Gewöhnlich gewöhnen sich solche Menschen leicht an Intoxikationen jeder Art, und das Rauchen ist eine wahre Geißel für sie. Bei ihnen entstehen oft Wünsche, ihr Ego in einem Meer von Illusionen aufzulösen, die von einem übermäßigen Nachgeben gegenüber den eigenen Gefühlen hervorgerufen sind. Ein starker Aszendent kann die schlechten Ergebnisse dieser Stellung der Knoten verringern. Die Hälfte der Probleme lässt sich lösen, wenn ein solcher Mensch sich des Alkohols und der Drogen enthalten kann. Ebenso soll er nicht blind den Anweisungen religiöser Organisationen folgen.
Die positive Seite dieser Verbindung ist das häufig zu treffende Interesse des Nativen an übernatürlichen Kräften, und sie erlaubt ihm, über die Grenzen unserer alltäglichen Realität hinauszublicken.
Menschen mit einer solchen Stellung werden oft Ärzte, Heiler, Krankenpfleger, Medien, Prediger, Berater, Anwälte, Sozialarbeiter, Politiker, Ermittler und Gesetzgeber. Rahu im 12. bringt auch irgendeinen ausländischen Einfluss mit sich, der mit den Anzeigern des Dispositors Rahus oder mit den Anzeigern der mit Rahu verbundenen Planeten zusammenhängt. Diese Stellung der Knoten gibt auch die seltsamsten Krankheiten und Störungen.
Die karmische Aufgabe für diese Stellung ist es, zu lernen, die Früchte des 6. Hauses (die intensive Arbeit, den Dienst der Untergebenen, das Überwinden von Schwierigkeiten) in das Bett des 12. Hauses zu lenken, das heißt, all das mit dem höchsten Ziel des Lebens zu verbinden und sich zu bemühen, es so zu machen, dass all das der endgültigen Befreiung dient.
«Bhrigu-Sutra» 8.14-16
Ein Mensch, bei dem die Schattenplaneten das 6. Haus einnehmen, wird geduldig und glücklich sein. Stehen Rahu oder Ketu in Verbindung mit dem Mond, so sind sexuelle Verbindungen mit Frauen aus der Königsfamilie, Armut und eine Neigung zum Diebstahl zu erwarten.
Andere Meinungen bezüglich Ketus im 6. Haus:
«Phaladipika»: Ketu im 6. Haus — Edelmut, Entschlossenheit, Ruhm und Autorität.
«Chamatkar-Chintamani»: Ketu im 6. Haus — der Besitz von Hornvieh und der Verlust des Ansehens wegen des Onkels mütterlicherseits erwarten einen Menschen, in dessen Horoskop Ketu im 6. Haus gelegen ist. Er wird eine gute Gesundheit, aber einen begrenzten Intellekt haben.
Anmerkung: Bhrigu Muni gibt für die Stellung Rahus und Ketus in den verschiedenen Häusern dieselben Eigenschaften an. Seine Meinung beruht darauf, dass diese Planeten stets im siebten Haus voneinander stehen und beide einen Einfluss auf das Haus ausüben. Doch die anderen klassischen Texte, außer der «Brihat-Jataka» und der «Saravali», welche die Ergebnisse der Stellung der Schattenplaneten in den Häusern des Horoskops nicht beschreiben, halten an einer anderen Meinung fest.
Wir möchten einige wichtige Bemerkungen hinzufügen, welche die Stellung Rahus und Ketus in den Häusern des Horoskops betreffen. Hinsichtlich der Eigenschaften dieser Planeten gibt es drei Hauptmeinungen: 1) sie wirken wie der Herrscher des Zeichens, das sie einnehmen, 2) ihre Natur ist der des Mars und des Saturn ähnlich, sowie 3) die unten angeführte Ansicht des Kalidasa. Ein erfahrener Astrologe versteht intuitiv, welche Einflüsse die Schattenplaneten leiten, wenn er ein Horoskop analysiert oder Prognosen erstellt.
Stützt man sich auf das berühmte klassische Werk des Kalidasa «Uttara-Kalamrita», so lässt sich sagen, dass diese Planeten, da sie Schattenplaneten sind, nicht als Herrscher irgendwelcher Häuser oder Zeichen betrachtet werden. Stehen Rahu und Ketu in Verbindung (in einem Zeichen) mit einem Planeten, so nehmen sie dessen Eigenschaften an, werden zu Leitern seiner Energie und wirken in ihren Perioden, oder Bhuktis, wie dieser Planet. Gehen die Schattenplaneten keine Verbindung ein, so geben sie die Ergebnisse des Planeten, der sie aspektiert. Und nur dann, wenn Rahu und Ketu weder verbunden noch von Planeten aspektiert sind, wirken sie wie der Herrscher des Zeichens, in dem sie stehen.
Stehen einer der beiden Knoten und der Herrscher einer Trikona in Verbindung im 9. oder 10. Haus, oder steht einer von ihnen im 9. und der andere im 10., so bildet sich ein günstiges Yoga, das dem Horoskopeigner Gedeihen bringt. Tritt dabei ein verderblicher Planet in Verbindung mit einem der Schattenplaneten oder aspektiert er ihn, so erweist sich das Bhukti [der Unterperiode] des Yoga-Karaka als ungünstig.
Und eine letzte Bemerkung. Rahu und Ketu werden segensreich, wenn sie die Positionen einer Trikona oder einer Kendra vom Lagna aus einnehmen. Die Schattenplaneten erweisen sich auch dann als wohltätig, wenn sie mit den Herrschern eines Hauses einer Trikona oder eines Quadranten verbunden sind. Ist der Herrscher des 9. Hauses dabei aber auch Herrscher des 8. (im Falle der aufgehenden Zwillinge) oder des 12. (im Falle der aufgehenden Waage), und ebenso, wenn sich die Herrscher des 9. oder 10. Hauses mit den Herrschern des 8. und des 12. Hauses verbinden, so gehen die segensreichen Ergebnisse des Yoga verloren.
«Bhrigu-Sutra» mit Kommentaren von Indubala
«Jataka-Bharanam» 17.104
Ergebnisse der Stellung Ketus im 6. Haus
Ist Ketu in der Geburtskarte in der 6. Bhava gelegen, so wird es eine Vernichtung der Feinde des Menschen geben, Glück dank den Tieren (zum Beispiel dem Hornvieh oder dergleichen), ein Wachstum des Reichtums, das Fehlen von Krankheiten im Körper, doch wird der Geborene Respektlosigkeit von den Verwandten mütterlicherseits erhalten.
Kommentare: Ketu hat die Natur und die Eigenschaften Mangalas [des Mars], daher ist es völlig sicher, dass die Feinde des Menschen vernichtet werden. In der natürlichen Geburtskarte ist die 6. Bhava [das Haus] die Bhava Budhas [des Merkur]. Mangala [der Mars] ist für Budha eine feindliche Graha [ein Planet], und Budha gilt als Karaka [Signifikator] der Verwandten mütterlicherseits (des Onkels mütterlicherseits). Daher ist es sehr gut möglich, dass Ketu (wie auch Mangala) unangenehme und feindliche Beziehungen des Menschen zu den Verwandten mütterlicherseits (zum Onkel mütterlicherseits) hervorrufen kann. Maharishi Garga zufolge ruft Ketu im 6. Haus Krankheiten der Zähne und der Lippen hervor.
Der Autor der Abhandlung ‘Jataka-Parijata’ schreibt, dass Ketu in der 6. Bhava sehr günstig ist, weswegen der Mensch von seinen Geschwistern (Brüdern) geliebt wird, er ist großmütig, besitzt gute Eigenschaften, ist berühmt und erlangt dank seiner Gelehrsamkeit und Bildung Ansehen und Autorität.
