Der Rahu im 1. Haus
Ergebnisse, die Rahu im ersten Haus des Horoskops gibt
Rahu im 1. Haus. Diese Stellung ist gewöhnlich ein Kennzeichen eines Menschen, der zum Geistigen neigt, starke Gefühle und starke sexuelle Antriebe hat, mehr als eine Ehe hat, gut bekannt, aber exzentrisch oder auch von Charakter unbeständig ist. Zeitweilig kann er kritisch werden und destruktiv handeln. (Tom Hopke)
Rahu im ersten Haus und Ketu im siebten Haus: Ketu im 7. Haus zeigt, dass der Mensch im vergangenen Leben stark für das Familienwohl gesorgt hat. In diesem Leben strebt ein solcher Mensch auf alle Weise danach, sich zu verwirklichen, sich zu behaupten und Anerkennung von den Umstehenden zu erhalten. Sie sind so von der Selbstverwirklichung hingerissen, dass das Familienleben in den Hintergrund tritt. Nur sehr selten gelingt es ihnen, eine glückliche Familie zu schaffen. In diesem Wettlauf um Anerkennung wirken sie mitunter aggressiv. In der Gesellschaft und in den Partnerbeziehungen wollen sie ihre persönliche Besonderheit zur Schau stellen und ihre Bedingungen durchsetzen.
Rahu verstärkt und vergrößert in jedem Haus die Anzeiger dieses Hauses. Das erste Haus ist die frühe Kindheit. Rahu ist der Tod. Deshalb bringt Rahu im 1. Haus eine kränkliche Kindheit oder einen Kindstod. Garga Muni schreibt, dass ein Kind, bei dem Rahu im 1. Haus und der Mond im 6. oder 9. Haus steht, innerhalb von 20 Tagen nach der Geburt stirbt. Nach der Meinung vieler Weiser gibt eine schlechte Stellung Rahus und des Mondes einen Kindstod (Balarishta-Yoga).
Ein Mensch mit Rahu im 1. Haus ist sehr stolz und eigensinnig, er sieht seine Fehler nicht und beschuldigt andere für seine Misserfolge. Das ist ein böswilliger Mensch, der Kränkungen in sich behält und sich rächen will. Oft wird der Mensch groß oder dick. Der Mensch ist sehr munter und aktiv, und er ist ständig in Bewegung. Dank seiner Zielstrebigkeit erreicht der Mensch sein Ziel. Doch schwankt ihr Erfolg beständig und bleibt selten dauerhaft. Sie müssen flexibel sein, um zu lernen, die Ratschläge anderer Menschen zu hören. Bei ihnen bildet sich das Gefühl, dass die Menschen, die um sie her sind, ihnen die Energie nehmen. Viele alte Weise hielten Rahu im 1. Haus für einen ungünstigen Ort für Gesundheit und Langlebigkeit. Rahu schädigt die Anzeiger des ersten Hauses stark, wenn das erste Haus unter dem Aspekt des Saturn oder des Mars steht. (Mahesh Dharmadasa)
Rahu im 1. Haus
Bekanntheit, Exzentrik, Unbeständigkeit, mehrere Ehen, Kritiksucht, starke Gefühle, viele Wünsche, Sexualität. (Indubala)
Rahu im 1. Haus: eine schwächliche Gesundheit, nach vorn stehende Zähne, von kleinem Wuchs, geschwätzig, egoistisch, ohne Grundsätze, mit einem festen Charakter, aufgeweckt, ein Anführer in der Familie, ein tiefer Denker. Er befasst sich mit Arbeit, die er für unter seiner Würde hält; er stößt auf eine Vielzahl von Familienintrigen. Ein Raffer, er neigt zu unmoralischen Handlungen und kann den irdischen Genüssen nicht widerstehen. (Sri Govind Swarup Agarwal)
Rahu im 1., Ketu im 7. Haus: die karmische Aufgabe
Diese Stellung gilt in dem Sinne als glücklich, dass sie dem Menschen erlaubt, seine Persönlichkeit erfolgreich auf die umgebende Welt zu projizieren. Das geschieht dank der Stellung Rahus im 1. Haus, die ebenso gut ist wie die Stellung Rahus im 9. und 10. Haus.
Rahu im 1. Haus verleiht den Anzeigern des 1. Hauses im Leben des Menschen große Bedeutung: dem Äußeren, der Konstitution, der Gesundheit, der Lebenskraft, der Selbsteinschätzung, der Karriere, dem Ruhm, der Anerkennung. Steht Rahu direkt im Grad des Aszendenten und nahe bei ihm, so macht das das Äußere des Menschen oder die Individualität selbst recht unkonventionell. Gewöhnlich sind solche Menschen von hohem Wuchs und haben eine Befehlsader, was den Umstehenden nicht immer gefällt. Oft haben sie eine überhöhte Selbsteinschätzung, die in Hochmut übergeht, was sie dazu bewegt, recht oft sehr unbedacht zu handeln.
Zeigt Rahu in dieser Stellung seine höheren Schwingungen, so gibt das dem Menschen oft eine Neigung zur Selbstanalyse und zum Verständnis der Natur der Persönlichkeit. Daher haben viele Philosophen und Heilige eine solche Stellung Rahus. Sie verstehen die Psychologie der Massen und die Entwicklungstendenzen der Gesellschaft gut.
Oft macht diese Stellung Rahus den Menschen zum Gelehrten, Erfinder, Pionier, Abenteurer und Reisenden. Am meisten ist ihnen im Leben die Unabhängigkeit teuer. Rahu im 1. Haus macht den Menschen ausdauernd und stark, was den Menschen dazu bewegt, mitunter ein Risiko einzugehen oder sich mit irgendeiner Extremsportart zu befassen.
Solche Menschen können lange Zeit allein bleiben, und das belastet sie nicht. Ihre Individualität hängt nicht von den sozialen Wechselwirkungen ab.
Die Anwesenheit Ketus im 7. Haus behindert den Aufbau irgendwelcher dauerhafter Beziehungen. Das ist keine sehr gute Stellung für ein glückliches Familienleben, ausgenommen jene Fälle, in denen andere Anzeiger in der Karte das überdecken. Diese Stellung gibt oft überzeugte Junggesellen oder gute Brahmacharis.
Mit solchen Menschen lässt sich nur dann auskommen, wenn man ihnen genügend Raum gibt, in dem sie sich ein wenig unabhängig fühlen können. Man kann nicht sagen, dass solche Menschen sich nicht zu benehmen wissen. In Wirklichkeit sind sie recht demütig und im Umgang angenehm, ausgenommen jene Fälle, in denen Rahu-Ketu durch schlechte Aspekte stark verdorben sind.
Sie drücken ihre Gefühle und Gedanken stets offen aus und sind in ihrem Verhältnis zum Leben recht konsequent. Ihre Freunde können nur jene sein, die ihre inneren Absichten verstehen, und solche finden sich nicht viele. Obwohl sie im gewöhnlichen Leben recht scheu sind, treten sie mit Leichtigkeit in der Öffentlichkeit auf.
Diese Stellung von Rahu-Ketu erfordert ein Gleichgewicht zwischen den Anzeigern des 1. und des 7. Hauses. Solche Menschen müssen ihre Aufmerksamkeit von sich selbst auf andere verlagern, um diese besser zu verstehen und besser mit ihnen umzugehen.
Gewöhnlich fällt es solchen Menschen schwer zu verstehen, wozu man den Beziehungen zur äußeren Welt so viel Aufmerksamkeit schenken und so viel Kraft aufwenden soll, wenn das ganze Universum im eigenen «Ich» eingeschlossen ist. Oft ist das der Grund dafür, dass sie der äußeren Welt überhaupt keinerlei Aufmerksamkeit schenken, obwohl weiter entwickelte Seelen diesen Fehler nicht machen, da sie verstehen, dass die Selbsterkenntnis keinen Sinn hat, wenn man sie nicht mit den Umstehenden teilt.
Beispiele: Krishnamurti, Nietzsche.
«Bhrigu-Sutra» 8.1-4
Stehen Rahu oder Ketu im 1. Haus, so wird die Frau des Horoskopeigners ein totes Kind gebären. Im Falle einer Stellung dieser Planeten im Widder, im Stier oder im Krebs wird der Horoskopeigner mitfühlend und barmherzig und an die Genüsse gebunden sein. Ein Mensch, bei dem Rahu oder Ketu im Horoskop von einem verderblichen Planeten aspektiert sind, wird Male im Gesicht haben, möglicherweise Spuren von Pocken.
Andere Meinungen bezüglich Rahus im 1. Haus:
«Phaladipika»: Rahu im 1. Haus — ein kurzes Leben, Reichtum, Macht. Krankheiten im oberen Teil des Körpers.
«Chamatkar-Chintamani»: Rahu im 1. Haus — der Horoskopeigner wird seine Feinde besiegen, aber unter dem Einfluss anderer Menschen stehen. Er wird viele Frauen haben, doch wird er an sie ungebunden bleiben.
Anmerkung: Bhrigu Muni gibt für die Stellung Rahus und Ketus in den verschiedenen Häusern dieselben Eigenschaften an. Seine Meinung beruht darauf, dass diese Planeten stets im siebten Haus voneinander stehen und beide einen Einfluss auf das Haus ausüben. Doch die anderen klassischen Texte, außer der «Brihat-Jataka» und der «Saravali», welche die Ergebnisse der Stellung der Schattenplaneten in den Häusern des Horoskops nicht beschreiben, halten an einer anderen Meinung fest.
Wir möchten einige wichtige Bemerkungen hinzufügen, welche die Stellung Rahus und Ketus in den Häusern des Horoskops betreffen. Hinsichtlich der Eigenschaften dieser Planeten gibt es drei Hauptmeinungen: 1) sie wirken wie der Herrscher des Zeichens, das sie einnehmen, 2) ihre Natur ist der des Mars und des Saturn ähnlich, sowie 3) die unten angeführte Ansicht des Kalidasa. Ein erfahrener Astrologe versteht intuitiv, welche Einflüsse die Schattenplaneten leiten, wenn er ein Horoskop analysiert oder Prognosen erstellt.
Stützt man sich auf das berühmte klassische Werk des Kalidasa «Uttara-Kalamrita», so lässt sich sagen, dass diese Planeten, da sie Schattenplaneten sind, nicht als Herrscher irgendwelcher Häuser oder Zeichen betrachtet werden. Stehen Rahu und Ketu in Verbindung (in einem Zeichen) mit einem Planeten, so nehmen sie dessen Eigenschaften an, werden zu Leitern seiner Energie und wirken in ihren Perioden, oder Bhuktis, wie dieser Planet. Gehen die Schattenplaneten keine Verbindung ein, so geben sie die Ergebnisse des Planeten, der sie aspektiert. Und nur dann, wenn Rahu und Ketu weder verbunden noch von Planeten aspektiert sind, wirken sie wie der Herrscher des Zeichens, in dem sie stehen.
Stehen einer der beiden Knoten und der Herrscher einer Trikona in Verbindung im 9. oder 10. Haus, oder steht einer von ihnen im 9. und der andere im 10., so bildet sich ein günstiges Yoga, das dem Horoskopeigner Gedeihen bringt. Tritt dabei ein verderblicher Planet in Verbindung mit einem der Schattenplaneten oder aspektiert er ihn, so erweist sich das Bhukti [der Unterperiode] des Yoga-Karaka als ungünstig.
Und eine letzte Bemerkung. Rahu und Ketu werden segensreich, wenn sie die Positionen einer Trikona oder einer Kendra vom Lagna aus einnehmen. Die Schattenplaneten erweisen sich auch dann als wohltätig, wenn sie mit den Herrschern eines Hauses einer Trikona oder eines Quadranten verbunden sind. Ist der Herrscher des 9. Hauses dabei aber auch Herrscher des 8. (im Falle der aufgehenden Zwillinge) oder des 12. (im Falle der aufgehenden Waage), und ebenso, wenn sich die Herrscher des 9. oder 10. Hauses mit den Herrschern des 8. und des 12. Hauses verbinden, so gehen die segensreichen Ergebnisse des Yoga verloren.
«Bhrigu-Sutra» mit Kommentaren von Indubala
«Jataka-Bharanam» 17.87
Ergebnisse der Stellung Rahus im 1. Haus
Im Falle einer Stellung Rahus im Lagna (der 1. Bhava) ist der Charakter des Menschen unmoralisch (lasterhaft), er betrügt die nahestehenden Menschen, leidet unter irgendeiner Erkrankung des Gehirns, ist außerordentlich sinnlich (wollüstig), siegreich in Streitgesprächen und kränklich.
Kommentare: Rahu in der Lagna-Bhava gibt dem Menschen im Verlauf seiner Dasha oder Antar-Dasha Schmerzen im Körper. Ein solcher Mensch hat keinerlei moralische Zweifel oder Schwankungen; er benutzt die Dinge und den Reichtum anderer ohne irgendein Gefühl moralischer Gewissensbisse. Er duldet keine Ungerechtigkeit gegenüber sich selbst. Er ist außerordentlich klug (schlau) in der Verwirklichung seiner Ziele.

