Frida Kahlo
Mit achtzehn Jahren stieß der Bus, in dem sie fuhr, mit einer Straßenbahn zusammen: Eine eiserne Haltestange durchbohrte ihr Becken, die Wirbelsäule brach an drei Stellen. Danach folgten an die dreißig Operationen, Korsette und Schmerzen bis an ihr Lebensende. Zu malen begann sie im Gipsbett, mit einem Spiegel über sich: Von ihren einhundertdreiundvierzig Bildern sind fünfundfünfzig Selbstbildnisse. Zweimal mit Diego Rivera verheiratet, eine Liebschaft mit Trotzki, die kommunistische Partei, mexikanische Volkskunst und aztekischer Mythos in Bildern über Fehlgeburt, Operationen und Ausdauer. Breton zählte sie zu den Surrealistinnen, sie entgegnete, sie male keine Träume, sondern ihr Leben. Die einzige Einzelausstellung in der Heimat wurde 1953 eröffnet, ein Jahr vor ihrem Tod: Aufzustehen verboten ihr die Ärzte, und so kam sie im Bett dorthin.
Geboren in Coyoacán am 6. Juli 1907 um 08:30 Ortszeit — die Stunde steht in der Geburtsurkunde. Sie selbst gab 1910 als Geburtsjahr an, damit es mit dem Beginn der Mexikanischen Revolution zusammenfiel.
