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Ein Vorgehen zur Analyse eines Horoskops in der vedischen Astrologie

Datum 01 Apr 2017

Die verschiedenen Bestandteile eines Horoskops werden auf folgende Weise untersucht.

Um zu verstehen, was ein Planet darstellt, müssen folgende Faktoren betrachtet werden:

  • das Haus, in dem der Planet steht;
  • die Häuser, die er beherrscht;
  • die natürlichen Karakatvas des Planeten;
  • seine funktionalen Aufgaben;
  • die Stärke des Planeten;
  • seine Mahadasha und die Unterperioden;
  • die Transite anderer Planeten über seine natale Stellung;
  • die Aspekte, die der Planet erhält;
  • den Dispositor des Planeten.

Prüfen Sie vor Beginn der Auswertung, ob folgende Karten vorliegen:

  • die Geburtskarte (Janma-Kundali);
  • die Mondkarte (Chandra-Kundali);
  • die Karte der Häusergrenzen (Bhava-Kundali);
  • die Karte Navamsha D9, nach der die Stärke der Planeten und der Yogas bestimmt wird;
  • die entsprechenden Teilungskarten (Saptamsha D7 für Fragen zu den Kindern, Dashamsha D10 für die Laufbahn usw.)
  • die Karte Varshaphala (das Jahreshoroskop);
  • die Karte der Planetentransite zum Zeitpunkt der Auswertung.

Auch braucht der Astrologe für die Auswertung folgende Daten

  • die Längen aller Planeten und der Häuserspitzen (sie werden zur Bestimmung der Stärke der Planeten, der Aspekte, der Stellung in den Nakshatras, der Aspekte nach dem System Tajaka usw. verwendet);
  • die laufende Planetenperiode und die Unterperioden, ihre Herrscher, die Daten und den Rest der Dasha;
  • die Transitstellungen der Planeten zum Zeitpunkt der Auswertung der Karte in Bezug auf das Geburts-Lagna.

Die Reihenfolge der Untersuchung eines Horoskops

  1. Zuerst wird das Haus selbst betrachtet:
  • die natürlichen Signifikationen des Hauses (die Karakatvas);
  • die in ihm stehenden Planeten;
  • die Aspekte auf das Haus und die in ihm stehenden Planeten;
  • der Zustand des Hausherrschers und seine Stellung in Bezug auf das Lagna;
  • ob der Herrscher in Bezug auf sein Haus gut steht.

2. Es folgt die Auswertung des Zustands des Hausherrschers:

  • in welchem Zeichen und Haus er steht;
  • die Aspekte zum Hausherrscher und ihre Natur;
  • welche Planeten mit dem Hausherrscher verbunden sind;
  • seine Signifikationen (Karakatvas);
  • ob er in Erhöhung, im Fall, in einem freundlichen oder feindlichen Zeichen steht;
  • ob er Verbrennung, eine Niederlage im Planetenkrieg oder Schwäche aus anderen Gründen erfährt.

3. Danach untersuchen wir die Karaka des Hauses

Um eine Vorstellung davon zu haben, welche Früchte ein bestimmtes Haus bringt, müssen alle diese drei Gruppen von Faktoren gemeinsam ausgewertet werden: das Haus, sein Herrscher und die Karaka.

4. Zur Bestimmung der Gesamtstärke des Horoskops untersuchen wir den Zustand des Lagna, des Lagnesha, seines Dispositors, die Konjunktionen mit anderen Planeten und die Aspekte. Danach ist auf das 9. Haus und seinen Herrscher zu achten. Anschließend beurteilen Sie das Lagna und das 9. Haus vom Mond aus. Mit Hilfe dieser Auswertung lässt sich die Stärke des Horoskops bestimmen.

5. Über das Wohlergehen eines Menschen lässt sich anhand folgender Faktoren urteilen:

  • der Lagnesha der Geburtskarte;
  • der Herrscher des Lagna der Karte Navamsha;
  • der Herrscher des Geburts-Nakshatra;
  • ihre Dispositoren.

Als Herrscher der Janma-Tara bezeichnet man den Herrscher des Nakshatra des Lagna oder des Mondes, je nachdem, wer von ihnen stärker ist. Gewöhnlich vergleicht man die Stärke des Mondes und des Lagnesha anhand ihrer Shadbala-Werte, doch wenn es nicht auf Genauigkeit, sondern auf die Geschwindigkeit der Berechnung ankommt, so helfen Parameter wie Erhöhung, Stellung im eigenen Zeichen, Vargottama usw. dabei, den Stärkeren von beiden näherungsweise zu bestimmen.

Zu beurteilen sind Stellung, Zustand und Stärke von vier Faktoren: des Lagnesha, des Lagnesha des Navamsha, des Herrschers des Geburts-Nakshatra und ihrer Dispositoren.

Sind alle vier Bestandteile hinreichend stark, so besitzt der Mensch ein beneidenswertes Potenzial; ist ihr Zustand jedoch mittelmäßig, so ist der Mensch weniger erfolgreich. Stehen zwei der vier Faktoren in der Karte gut, so erreicht der Mensch mäßigen Erfolg, und wenn nur eines der Elemente Kraft hat, so ist die Stellung des Menschen recht bescheiden. Sind aber alle Anzeiger schwach, so verläuft das Leben des Menschen unauffällig.

6. Es ist anzumerken, dass alle Verheißungen, die in den Teilungskarten, im Jahreshoroskop oder in der Transitkarte vorhanden sind, aber in der Geburtskarte nicht angezeigt werden, kaum in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Ohne die natale Rashi-Karte haben die übrigen Karten keine Kraft.

Sri Govind Swarup Agarwal — «Vedische Astrologie»