Planetare Yogas — die Grundlagen
Eine Yoga (wörtl. «Verbindung») ist eine Kombination von Planeten, die es ihnen erlaubt, ihre Kräfte zu vereinen und bessere Ergebnisse zu erzielen. In der Religion gibt es den Begriff der Yoga von Geist und Körper; im System des Ayurveda werden Yogas von zwei oder mehr Heilmitteln genutzt, die sich wohltuend auf das Befinden auswirken.
Die astrologischen Yogas stellen solche Konfigurationen von Planeten dar, die spezifische Ergebnisse geben. Eine Yoga wird gewöhnlich durch die Stellung der Planeten in einer bestimmten Ordnung gebildet. Die Stärke oder Schwäche einer Yoga hängt vom Zustand ihrer Teilnehmer ab. Starke Planeten bilden mächtige Yogas, während geschädigte (die in einem feindlichen Zeichen, in einem schlechten Haus oder in einer Papa-Kartari gelegen sind) nur zu einer schwachen Yoga fähig sind. Übelwollende Aspekte verderben eine Yoga. Die Natur der an der Yoga beteiligten Planeten selbst und ihre Stellung in den Zeichen und Bhavas beeinflusst die Ergebnisse der Yoga nicht allzu sehr. Alle guten Yogas schenken gewöhnlich ein ruhiges Leben, materiellen Komfort und Wohlergehen. Es gibt Hunderte verschiedener Yogas, von denen wir die wichtigsten in diesem Kapitel anführen.
Die Gaja-Kesari-Yoga bilden der Mond und der Jupiter, die in wechselseitigen Kendras gelegen sind [d.h. im 1., 4., 7. und 10. Haus voneinander — Anm. d. Red.]. Ein Mensch mit einer solchen Yoga wird von Natur aus ein Anführer sein, langlebig, versorgt, erfolgreich, tugendhaft, großmütig, freundlich und wohlerzogen, und er wird Ehre und Achtung genießen.
Die Adhi-Yoga liegt vor, wenn der Merkur, die Venus und der Jupiter zusammen oder einzeln im 6., 7. und 8. Haus vom Lagna oder vom Mond stehen. Diese Yoga schenkt ein langes Leben, Gedeihen und einen guten Posten, sie macht den Menschen reich, bekannt, tapfer, energisch und geistig entwickelt. Beherrschen die Teilnehmer der Yoga aber schlechte Häuser, so werden die Führungsanlagen des Menschen einen egoistischen Beigeschmack haben.
Die Vasuman-Yoga — der Merkur, der Jupiter und die Venus im 3., 6., 10. oder 11. Haus vom Lagna oder vom Mond. Sie schenkt ein großes Vermögen.
Die Ruchaka-Yoga schafft der Mars, wenn er in einem der Eckhäuser im Widder, im Skorpion oder im Steinbock gelegen ist. Die Ergebnisse: ein kräftiger Körperbau, Anziehungskraft, Gesprächigkeit, ein langes Leben, Reichtum, ein Kommandoposten in der Armee.
Die Bhadra-Yoga wird durch den Merkur im Zeichen Jungfrau oder Zwillinge in einer Kendra gebildet. Sie stattet mit Kraft, einer breiten Brust, einem ausdrucksvollen Gesicht, einem stillen und dienstfertigen Charakter und einer beneidenswerten Lebensdauer aus.
Die Hamsa-Yoga bildet der Jupiter im Krebs, im Schützen oder in den Fischen in einem Eckhaus. Ein Mensch mit einer solchen Yoga zeichnet sich durch Anziehungskraft, Reinheit der Seele und Rechtschaffenheit aus; er ist reich, lebt im Luxus und genießt die Achtung der Umgebung.
Die Malavya-Yoga ist eine Stellung der Venus im Stier, in der Waage oder in den Fischen in einem Eckhaus. Sie beschenkt den Menschen mit einer guten Figur, einem starken Willen, Belesenheit, Bekanntheit und Reichtum. Er wird ruhig oder nach eigenem Wunsch sterben.
Die Shasha-Yoga schafft der Saturn, indem er in einer Kendra in den Zeichen Steinbock, Wassermann oder Waage steht. Ihr Eigner hat Geld und einen guten Status und bekleidet einen leitenden Posten in den Organen der örtlichen Verwaltung.
Die Amala-Yoga wird durch die Stellung eines günstigen Planeten (des Merkur, der Venus oder des Jupiter) im 10. Haus vom Lagna oder vom Mond gebildet. Sie verheißt einen einwandfreien und mitfühlenden Charakter, einen vortrefflichen Ruf, einen anhaltenden Ruhm, Edelmut, Gedeihen, Reichtum und Lebensgenuss.
Die Kemadruma-Yoga schickt Armut. Die Ursache dieser Yoga ist das Fehlen von Planeten zu beiden Seiten des Mondes. Sind dabei die Kendras vom Mond oder vom Lagna nicht leer oder steht der Mond selbst in einer Kendra, so wird die Yoga aufgehoben. Doch dabei wird das vom Mond eingenommene Haus verdorben.
Die Shubha-Kartari-Yoga wird gebildet, wenn der Mond oder der Aszendent zwischen wohltätigen Planeten eingeklemmt sind oder wenn diese Planeten das 5. und 9. Haus vom Lagna/vom Mond einnehmen. Sie schenkt Gesundheit, finanzielle Mittel und viele Genüsse.
Die Papa-Kartari-Yoga — das Lagna/der Mond sind zwischen ungünstigen Planeten eingeklemmt, oder diese Planeten befinden sich im 5. und 9. Haus vom Lagna/vom Mond. Sie macht den Menschen kränklich, mittellos, zornig und in gewissem Maße grausam.
Die Shakata-Yoga schafft die Stellung des Mondes im 6., 8. oder 12. Haus vom Jupiter. Die hervorgerufenen Ergebnisse: abwechselnde Perioden von Erfolgen und Misserfolgen, Geldmangel, Nöte, Eigenwille, ein abscheulicher Charakter. Eine Stellung des Mondes und/oder des Jupiter in einer Kendra vom Aszendenten neutralisiert die Wirkung dieser Yoga.
Die Maha-Yoga existiert in 28 Spielarten. Ihr liegt der Austausch zwischen den Herrschern des 1., 2., 4., 5., 7., 9., 10. und 11. Hauses zugrunde. Die Yoga bringt den Angelegenheiten jener Häuser Glück, die an ihr beteiligt sind.
Die Khala-Yoga gibt es in acht Typen. Sie wird durch den Austausch der Herrscher des 1., 2., 4., 5., 7., 9., 10. und 11. Hauses mit dem Herrscher der 3. Bhava gebildet. Diese Yoga schickt Nöte und Armut, Perioden des Gedeihens und der Not wechseln einander ab. Im Verhalten des Menschen lässt sich eine Zyklizität verfolgen: eine gütige Gesinnung wird von Hochmut abgelöst.
Die Dainya-Yoga ist der Zeichenaustausch zwischen den Herrschern des 6., 8. oder 12. Hauses und den Herrschern beliebiger anderer Häuser. Insgesamt gibt es 30 solcher Yogas. Sie begrenzen den Erfolg und das Wohlergehen und schaffen Stockungen und Hindernisse bei den Unternehmungen. Ein Mensch mit dieser Yoga in der Karte zeichnet sich durch Dummheit, einen unbeständigen Verstand und ein unmoralisches Verhalten aus, er beleidigt andere und leidet unter den Feinden. Die Dainya-Yoga ist dessen ungeachtet kein absolutes Übel. Sie errichtet zweifellos durch die Hände seiner Feinde Schranken auf dem Weg des Menschen zum Erfolg und zeigt auch Misserfolge bei den Unternehmungen. Doch eine starke und gut aspektierte Yoga erlaubt es dem Menschen, den Sieg über die Gegner zu erringen und die entstandenen Hindernisse zu umgehen.
Die Harsha-Yoga ist die Stellung des Herrschers des 6. Hauses in einer anderen Dusthana oder des Herrschers einer Dusthana im 6. Die Früchte dieser Yoga: gute Söhne, Freunde, ein kräftiger Körper, körperliche Kraft, Glück, Zufriedenheit, sozialer Status, Bekanntheit, Geld, ein Leben im Luxus, der Sieg über die Gegner, die Enthaltung von sündhaften Taten.
Die Sarala-Yoga bildet die Stellung des Herrschers des 8. Hauses in einer anderen Dusthana oder des Herrschers einer anderen Dusthana im 8. Der Eigner einer solchen Yoga im Horoskop wird furchtlos, willensstark, gebildet, versorgt, erfolgreich, berühmt und langlebig sein und wird Glück durch die Kinder und die Freunde finden.
Die Vimala-Yoga — der Herrscher des 12. Hauses befindet sich in einem anderen Trik-Haus oder der Herrscher einer anderen Dusthana nimmt die 12. Bhava ein. Die Yoga gibt dem Menschen einen unabhängigen Charakter, Wohlstand, Anziehungskraft, ein gutes Benehmen, einen in der Gesellschaft geachteten Beruf und Glück. Ein solcher Mensch gibt sparsam aus und ist für seine persönlichen Eigenschaften berühmt.
Die Viparita-Raja-Yoga wird von den Herrschern des 6., 8. und 12. Hauses gebildet, wenn sie in den Dusthanas gelegen sind, die Zeichen tauschen oder sich miteinander verbinden. Ein Mensch mit einer solchen Yoga wird mit Besitz, Gesundheit und einem langen Leben ausgestattet sein; er kommt im Dienst erfolgreich voran; er ist geschickt, verdient gut, macht einen guten Eindruck und genießt Bekanntheit. Wenn die Herrscher dieser schlechten Häuser sich in einem Zeichen befinden, einander aspektieren oder in den Häusern des jeweils anderen gelegen sind und dabei jeglicher anderer Verbindungen und Aspekte entbehren, beobachtet man im Leben des Menschen ein stabiles Wachstum, er besitzt ein gewaltiges Vermögen und einen soliden sozialen Status. Der Wahlspruch dieser Yoga lautet: «Um aufzusteigen, muss man erst fallen».
Die Parijata-Yoga liegt vor, wenn der Dispositor des Dispositors des Lagnesha oder der Herrscher jenes Zeichens in der Navamsha, in dem der Dispositor des Lagnesha gelegen ist, in eine Kendra/ein Trikona/ die Erhöhung/das eigene Zeichen fällt. Der Mensch wird eine gute Bildung haben, hervorragende Eigenschaften besitzen, den anerkannten Normen und Traditionen folgen, unter der Protektion der Machthaber stehen, Ruhm genießen und ein eigenes Fahrzeug besitzen.
Die Buddha-Aditya-Yoga ist die Verbindung der Sonne mit dem Merkur. Der Mensch wird klug, fähig, schweigsam und in der Gesellschaft geachtet sein.
Die Parvata-Yoga schenkt Wohlstand, Gedeihen, einen hohen Posten (darunter auch in den Organen der örtlichen Verwaltung), ein leidenschaftliches Temperament und eine Neigung zur Wohltätigkeit. Diese Yoga gibt es in drei Spielarten:
1) der Lagnesha in der Erhöhung oder im eigenen Zeichen und gleichzeitig in einem Eckhaus oder in einem Trigon;
2) der Lagnesha und der Herrscher des 12. Hauses — in wechselseitigen Kendras;
3) günstige Planeten in den Kendras und das Fehlen ungünstiger Planeten im 6. und 8. Haus.
Die Kahala-Yoga wird bei einem starken Lagnesha und einer Stellung der Herrscher des 4. und 9. Hauses in wechselseitigen Kendras gebildet. Sie macht den Menschen eigenwillig, furchtlos, berühmt, zum Heerführer oder zum Oberhaupt der örtlichen Gemeinschaft, von den Machthabern geehrt, freigebig und in der zweiten Lebenshälfte glücklich.
Die Chandra-Mangala-Yoga ist die Verbindung oder Opposition von Mars und Mond. Ein Mensch mit einer solchen Kombination in der Karte wird unternehmungslustig, sehr klug, arbeitsam, jähzornig, versorgt (ist an der Yoga das 10. Haus beteiligt — sehr versorgt), mit einer stabilen finanziellen Lage und im Leben erfolgreich sein. Zu den negativen Effekten der Yoga gehören unredliche Erwerbsweisen, eine unruhige Natur, Intrigantentum und Probleme mit der Mutter (sie können durch einen Aspekt des Jupiter beseitigt werden).
Die Guru-Mangala-Yoga, oder die Verbindung des Mars mit dem Jupiter, gibt einen starken Körperbau, demokratische Ansichten, den höchsten leitenden Posten in den Organen der örtlichen Verwaltung, Reichtum, mehrere Einkommensquellen sowie einen nachlässigen Umgang mit dem Geld.
Die Guru-Chandala-Yoga wird gebildet, wenn mit dem Jupiter ein starker ungünstiger Planet verbunden ist. Der Mensch wird zum Agnostiker oder gar zum völligen Atheisten, er tritt für Wahrheit und Gerechtigkeit ein, doch seine Taten laufen den verkündeten Idealen zuwider.
Die Lakshmi-Yoga schafft der Herrscher des 9. Hauses in der Erhöhung oder im eigenen Zeichen in einem Eckhaus oder in einem Trikona. Die Yoga macht den Menschen versorgt, anziehend, edelmütig, belesen, geachtet und auch zu einem guten Herrscher.
Die Gauri-Yoga wird beim Vorhandensein eines Aspekts des Jupiter auf die oben beschriebene Lakshmi-Yoga gebildet. Der Mensch gehört einer geachteten Familie an, verdient viel Lob und erzieht gute Söhne.
Die Chatu-Sagara-Yoga entsteht dort, wo alle Planeten sich ausschließlich in den Kendras befinden. Sie gibt ein langes Leben und eine kräftige Gesundheit, Gedeihen, einen guten Ruf und Ruhm.
Die Shrikanta-Yoga — die Sonne, der Mond und der Lagnesha in den Kendras oder Trikonas, und zwar in der Erhöhung, in den eigenen oder in freundschaftlichen Zeichen. Edelmut, Wohlwollen und Geistigkeit.
Die Shrinatha-Yoga wird bei einer Stellung des Herrschers des 9. Hauses, der Venus und des Merkur in den Kendras/Trikonas in den eigenen Zeichen, in der Erhöhung oder in freundschaftlichen Zeichen gebildet. Der Mensch wird reich, charmant, klug und gläubig sein.
Die Sarasvati-Yoga liegt vor, wenn die Venus, der Merkur und ein starker Jupiter sich im 1., 2., 4., 5., 7., 9. und 10. Haus befinden. Ein Mensch mit einer solchen Yoga ist belesen, fähig, mit einem poetischen Talent, berühmt, von der Gesellschaft gepriesen und versorgt, er hat eine gute Gattin und gute Kinder.
Die Shankha-Yoga bilden die Herrscher des 5. und 6. Hauses, indem sie in wechselseitigen Kendras gelegen sind. Dabei muss der Lagnesha Kraft besitzen; oder der Herrscher des 9. Hauses muss stark sein, und der Lagnesha und der Herrscher des 10. Hauses müssen in beweglichen Zeichen gelegen sein. Die Ergebnisse der Yoga: humanistische Ideale, Rechtschaffenheit, eine wissenschaftliche Bildung, ein langes Leben, eine gute Frau und gute Kinder, die Liebe zu den Genüssen.
Die Bheri-Yoga bringt ein langes Leben, eine kräftige Gesundheit, einen leitenden Posten, verschiedene Einkommensquellen, Glück und Geistigkeit. Sie gibt es in zwei Arten:
1) der Herrscher des 9. Hauses ist stark, und der Lagnesha, die Venus und der Jupiter sind in wechselseitigen Kendras gelegen;
2) eine Verbindung von Merkur und Venus im 1., 2., 7. oder 12. Haus unter der Bedingung, dass der Herrscher des 10. stark ist.
Die Pushkala-Yoga wird beim Vorhandensein eines mächtigen Planeten im Lagna und eines Aspekts des Chandresha (des Herrschers des Mond-Lagna) auf den Aszendenten gebildet. Diese Kombination stattet den Menschen mit einer angenehmen Rede, Ruhm, Ehren und Reichtum aus.
Die Virancha-Yoga entsteht dann, wenn das 5. Haus unter der Herrschaft des Jupiter oder des Saturn steht, die in einer Kendra oder einem Trikona in der Erhöhung, im eigenen oder in einem freundschaftlichen Zeichen gelegen sind. Sie schenkt Intellekt, Religiosität, einen milden Charakter, Wohlstand und eine gute Familie.
Die Mahabhagya-Yoga: in einer Männerkarte — die Geburt bei Tage und das Lagna, die Sonne und der Mond sind in ungeraden Zeichen oder in männlichen Nakshatras gelegen; in einer Frauenkarte — die Geburt bei Nacht und der Aszendent und die Leuchten befinden sich in geraden Zeichen oder in weiblichen Nakshatras. Die Ergebnisse für Männer: ein guter Charakter, demokratische Ansichten, Großmut, ein hoher Posten, Bekanntheit, ein langes Leben; sie schenkt der Umgebung Freude. Die Ergebnisse für Frauen: ein gutes Benehmen, ein Leben im Wohlstand, die Kinder leben lange.
Die Shubha-Veshi-Yoga ist die Stellung eines beliebigen wohltätigen Planeten außer dem Mond im 2. Haus von der Sonne. Sie macht den Menschen anziehend, mutig, glücklich und zu einer Fundgrube von Vorzügen und Tugenden.
Die Shubha-Vashi-Yoga ist die Stellung eines beliebigen günstigen Planeten außer dem Mond im 12. Haus von der Sonne. Der Mensch wird demokratisch, berühmt, gedeihend und von anderen Menschen geliebt sein.
Die Shubha-Ubhayachari-Yoga schaffen günstige Planeten (mit Ausnahme des Mondes) im 2. und 12. Haus von der Sonne. Sie stattet den Menschen mit einem guten Körperbau, Redegewandtheit, Reichtum und Ruhm aus.
Die Kalasarpa-Yoga entsteht bei einer Stellung aller sieben Planeten auf einer Seite der Achse Rahu/Ketu. Diese Yoga verheißt Zwistigkeiten, Schwierigkeiten und Zerstörungen, wirkt sich aber in keiner Weise auf die geistigen Fähigkeiten aus und schädigt die Lebensdauer fast nicht. Ihre Effekte sind am spürbarsten in den Planetenperioden der Mondknoten und während der Transite von Rahu und Ketu über das Lagna, die Sonne und den Mond. In dieser Zeit zeigen sich Einschränkungen, den Menschen verfolgen Misserfolge und Fehlschläge, das Befinden verschlechtert sich. Möglich sind plötzliche Aufstiege und Stürze in der Laufbahn, besonders in der Mahadasha und der Antardasha von Rahu und Ketu. Ein günstiger Aspekt auf das Lagna oder den Lagnesha neutralisiert diese Yoga. Ebenso hebt sie eine Stellung Rahus in der Nakshatra Vishakha auf, besonders im Intervall 200°-206°40′(Zeichen Waage).
Es besteht die Meinung, dass, wenn alle Planeten zwischen Rahu und Ketu eingeklemmt sind, eine Kalasarpa-Yoga gebildet wird, und wenn zwischen Ketu und Rahu (d.h. nach dem Lagna kommt zuerst Ketu und nach ihm erst Rahu), dann liegt eine andere Kombination vor — die Kala-Amrita-Yoga. Diese Yoga ist günstig, doch ihre positiven Effekte zeigen sich nicht, wenn mit Ketu ein anderer Planet verbunden ist.
Die Akhanda-Samrajya-Yoga wird durch einen starken Jupiter gebildet, der in der Karte das 2. oder 5. Haus beherrscht; dabei befindet sich der Herrscher des 11. Hauses in einer Kendra vom Mond. Sie verspricht ein langes Leben und alle erdenklichen materiellen Güter.
Die Anapha-Yoga ist die Stellung eines beliebigen Planeten außer der Sonne im 12. Haus vom Mond. Ein Mensch mit einer solchen Yoga wird ein gewaltiges Vermögen erben.
Die Sunapha-Yoga ist der Aufenthalt eines beliebigen Planeten außer der Sonne im 2. Haus vom Mond. Der Mensch wird sein Geld durch eigene Arbeit verdienen.
Die Ashtalakshmi-Yoga entsteht bei einem starken Jupiter in einer Kendra und Rahu im 6. Haus und schenkt Ruhm, Gedeihen, einen kräftigen Körperbau und zahlreiche Genüsse im Leben.
Die Pravrajya-Yoga bildet eine Verbindung von vier und mehr Planeten, einschließlich des Herrschers des 10. Hauses, in einem Zeichen. Ist unter ihnen die Sonne, so dürfen die Planeten nicht verbrannt sein. Diese Yoga verspricht einen langen Ruhm, einen guten Namen und Erfolg im Leben.
Die Kankadanda-Yoga schafft eine Ansammlung von sieben Planeten in den Fischen, im Widder, im Stier und in der Waage. Der Mensch zeichnet sich durch eine vorbildliche Rechtschaffenheit, laute Siege und eine unbestrittene Führerschaft in seinem Tätigkeitsbereich aus.
Die Ishtabala-Yoga ist die Verbindung des Lagnesha mit den Herrschern des 5. und 9. Hauses im 1., 4. oder 10. Haus. Sie macht den Menschen zum König der Könige.
Die Kirti-Yoga bilden günstige Planeten, die in die Eckhäuser vom Lagna oder vom Mond fallen. Diese Kombination stattet den Menschen mit einem guten Namen und einem beständigen Gedeihen aus.
Die Chamara-Yoga verspricht eine vortreffliche Bildung, Kenntnisse, akademische Errungenschaften, einen soliden beruflichen Status, die Achtung hochgestellter Personen und ein langes Leben.
Es gibt zwei Varianten dieser Yoga:
1) ein erhöhter Lagnesha in einer Kendra unter einem Aspekt des Jupiter;
2) zwei günstige Planeten in der 1., 7., 9. oder 10. Bhava.
Die Kurma-Yoga — starke günstige Planeten im 5., 6. und 7. Haus; starke ungünstige — im 1., 3. und 11. Der Mensch hat einen guten Ruf, ein frommes Verhalten, eine mitfühlende Natur, beneidenswerte materielle Annehmlichkeiten und eine hohe soziale Stellung.
Die Kusuma-Yoga — ein fixes Zeichen im Lagna, die Venus in einem Eckhaus, der Mond in einem Trikona, der Jupiter im 9. Haus und der Saturn im 10. Eine solche Kombination verheißt einen königlichen Status und Gedeihen.
Die Kalanidhi-Yoga macht den Menschen klug und furchtlos, gibt lobenswerte Eigenschaften und gute Gewohnheiten sowie eine vornehme Herkunft. Sie gibt einen erhöhten sexuellen Appetit. Sie kann von zwei Arten sein:
1) der Jupiter im 2. oder 5. Haus zusammen mit der Venus oder dem Merkur oder unter einem Aspekt eines dieser Planeten;
2) der Jupiter in der 2. oder 5. Bhava in einem merkurischen oder venusischen Zeichen.
Die Nabhi-Yoga entsteht, wenn der Jupiter ins 11. Haus fällt und sein Herrscher zusammen mit dem Vollmond im 11. vom Jupiter gelegen ist. Ein solcher Mensch wird im Alter von 30-33 Jahren Millionär.
Die Musala-Yoga wird bei einer Stellung Rahus im 10. Haus gebildet unter der Bedingung, dass der Herrscher des 10. sich in der Erhöhung und unter einem Aspekt des Saturn befindet. Der Mensch wird gesund, lächelnd, ein erfolgreicher Geschäftsmann, ein Minister oder einfach eine einflussreiche Persönlichkeit sein.
Die Ajivana-Sukhi-Yoga — drei Planeten in den eigenen Zeichen; ein starker und im Lagna gelegener Jupiter aspektiert den Herrscher des 4. Hauses, das Lagna ist Vargottama, der Jupiter ist in der Navamsha erhöht. Eine günstige Yoga, die mit der beruflichen Tätigkeit verbunden ist.
Die Kula-Dipaka-Yoga — die Venus oder der Merkur im Lagna; dabei der Jupiter in einer Kendra oder der Mars in der 10. Bhava. Ein solcher Mensch wird seine Familie berühmt machen und ein erfolgreiches und glückliches Leben führen.
Die Samudra-Yoga wird bei einer Stellung aller Planeten in geraden Zeichen gebildet. Sie befreit den Menschen von Unruhe und Ängsten.
Die Kula-Shreshtha-Yoga bilden die Venus und der Saturn, wenn sie die eigenen Zeichen einnehmen. Diese Kombination macht den Menschen zu einem gehorsamen und ergebenen Sohn.
Die Bhagya-Yoga entsteht bei einer Verbindung des Herrschers des 9. Hauses mit dem Jupiter in der 11. Bhava und schenkt Reichtum, Einkommen und Glück.
Als Bandhana-Yoga bezeichnet man die Verbrennung des Lagnesha durch eine geschwächte Sonne. Eine solche Kombination schadet der Gesundheit, fesselt den Menschen ans Bett und kann ihn sogar ins Gefängnis schicken.
Die Mirati-Yoga ist die Stellung des Herrschers der 3. Bhava in einer Dusthana zusammen mit ungünstigen Planeten oder unter ihren Aspekten. Ihre Ergebnisse: das Fehlen von Brüdern, von Kraft und Mut, unrichtige Handlungen, ein hitziges Temperament, starke Feinde.
Die Trilochana-Yoga wird bei einer Stellung von Sonne, Mond und Mars in Trikonas voneinander gebildet. Sie schenkt Mut, einen ungehinderten beruflichen Weg und Wohlstand.
Die Muka-Yoga, oder die Verbindung des Herrschers des 2. Hauses mit dem Jupiter im 8. Haus, führt zu Sprachfehlern und zum Stottern.
Die Narapata-Yoga, oder der gleichzeitige Fall von Saturn und Mars in der Karte, spricht davon, dass der Mensch nicht davor zurückschreckt, zu schmutzigen Methoden zu greifen, um Erfolg zu erreichen.
Die Vamshacheda-Yoga weist auf ein böses Schicksal hin, das über der Familie schwebt: mit dem Menschen wird die Familiendynastie abbrechen, da er entweder überhaupt keine Kinder haben wird oder sein Kind früh sterben wird.
Die Spielarten der Vamshacheda-Yoga:
1) das 10. Haus ist vom Mond besetzt, das 7. — von der Venus und das 4. Haus — von einem Übeltäter;
2) eine Stellung eines ungünstigen Planeten im 5. Haus im Zeichen eines anderen Übeltäters und ohne einen einzigen günstigen Aspekt;
3) die Herrscher des 1., 5. und 7. Hauses und der Jupiter sind geschwächt;
4) das Lagna, das 7., 9. und 12. Haus sind von üblen Planeten in feindlichen Zeichen besetzt.
Die Garuda-Yoga — erforderlich ist eine Verbindung von drei Faktoren: eine Geburt bei Tage, ein zunehmender Mond, ein erhöhter Herrscher des Mondzeichens in der Navamsha. Ein Mensch mit einer solchen Kombination ist fromm, besitzt eine geschliffene Rede und stellt eine Bedrohung für die Feinde dar, ist jedoch im 34. Lebensjahr dem Risiko einer Vergiftung ausgesetzt.
Die Kedara-Yoga wird bei einer Stellung aller sieben Planeten (von der Sonne bis zum Saturn) in vier Zeichen gebildet. Dieser Mensch zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Erziehung und Tapferkeit aus, er übertrifft andere Menschen durch die Vorzüge seines Charakters, besitzt landwirtschaftliche Flächen und ein Vermögen, lebt im Wohlstand, arbeitet zum Wohl der Gesellschaft und hilft anderen.
Die Durgesha-Yoga — der Mars besitzt ein gutes Potential in der Karte, der Herrscher des Zeichens Rahus in der Navamsha befindet sich in der Erhöhung im 5. oder 9. Haus, und der Herrscher des 9. Hauses fällt ins 7. Eine solche Kombination verheißt viel Grundbesitz.
Die Shiva-Yoga — der Herrscher des 5. Hauses ist im 9. gelegen oder der Herrscher des 10. Hauses — im 5., und der Herrscher des 9. im 10. Haus. Der Mensch beschäftigt sich mit wichtigen Projekten, befindet sich auf einem leitenden Posten und besitzt Macht.
Sri Govind Swarup Agarwal — «Vedische Astrologie»
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Die Parivarthana-Yoga
«Parivarthana» bedeutet –«sich drehen», «austauschen», «Umschwung» oder «zurückkehren». Eine Parivarthana wird dann gebildet, wenn zwei Planeten die Plätze tauschen, d.h. sie entsteht, wenn ein Planet in einem Zeichen steht, dessen Herrscher das ihm gehörende Zeichen einnimmt. Das heißt, es findet ein Austausch der Stellungen statt.
Beispiel: die Sonne befindet sich im Widder, während ihr Herrscher, der Mars, im Zeichen Löwe steht. Eine solche Stellung der Planeten bildet eine Parivarthana – einen Austausch zwischen Sonne und Mars. Diese Kombination wird eben Parivarthana-Yoga genannt.
Wenn im Horoskop eine Parivarthana gebildet ist, handeln die Planeten, die sie bilden, gemeinsam. Der Charakter ihres Handelns hängt von der Natur der Parivarthana ab.
Eine Parivarthana-Yoga kann entstehen infolge: (1) eines Zeichenaustauschs, (2) eines Austauschs der Nakshatras, (3) eines Austauschs der Karakas der Häuser. Die drei Arten der Parivarthana heißen so:
- Rashi- und Amsha-Parivarthana. Sie werden beim Vorhandensein einer Parivarthana zwischen den Zeichen in der Rashi- bzw. in der Navamsha-Karte gebildet.
- Jiva-Parivarthana oder Nakshatra-Parivarthana. Sie wird beim Austausch der Nakshatras oder beim Austausch ihrer Herrscher gebildet.
- Karaka-Parivarthana. Sie wird beim Austausch zwischen den Karakas der Häuser gebildet. Zum Beispiel, wenn die Sonne (der Karaka des 1. Hauses) im 5. steht und der Jupiter (der Karaka des 5. Hauses) im 1.
Wenn die Herrscher zweier Zeichen die Plätze tauschen, wird eine Rashi-Parivarthana gebildet. Eine solche Parivarthana kann auf verschiedenen Ebenen geschehen.
- Guna. Sie spiegelt das Wesen des Austauschs wider.
- Tattva. Der Charakter der Veränderung.
- Bhava. Der Lebensbereich, der infolge des Austauschs betroffen ist.
Wenn man die Gunas der Planeten berücksichtigt, lässt sich bestimmen, wozu ein solcher Austausch führen wird – zum Besseren oder zum Schlechteren. Zum Beispiel: wenn eine Parivarthana infolge eines Austauschs zwischen dem Jupiter (Sattva-Guna) und dem Saturn (Guna Tamas) entstanden ist, dann ist entweder eine Erhebung von der Ebene des Tamas auf die Ebene des Sattva oder ein Fall vom Sattva ins Tamas zu erwarten. Im letzteren Fall zeigen sich sehr ungünstige Ergebnisse
Wenn die Tattvas zweier Planeten gemeinsam wirken, fördert das ein harmonisches und schnelleres Erreichen eines konkreten Ziels. Sind ihre Tattvas einander gegenüber aber nicht freundschaftlich, so wird eine von ihnen wegen der Unverträglichkeit der planetaren Energien leiden.
Die Bhavas, die in die Parivarthana einbezogen sind, weisen auf die Lebensbereiche hin, die infolge des Austauschs betroffen sind. Ist zum Beispiel in der Kombination das 7. Haus beteiligt, so zieht der Austausch der Planeten Veränderungen in den Wechselbeziehungen nach sich. Ist das Lagna beteiligt – so findet eine Veränderung im Charakter des Nativen statt.
Quelle: Der Grundkurs der vedischen Astrologie an der Schule von Wassili Tuschkin «Surya-Siddhanta»
