Virginia Woolf
Sie wuchs im Haus eines Literaten auf, ohne Anspruch auf die Universität — unterrichtet wurden nur die Brüder —, und las ihr Leben lang die Bibliothek des Vaters auf eigene Faust. Nach dem Tod der Eltern wurde das Haus in Bloomsbury zum Treffpunkt jenes Kreises, der einer ganzen Generation der englischen Kultur den Namen gab. Mit «Mrs Dalloway» und «Die Fahrt zum Leuchtturm» verlegte sich der Roman bei ihr ins Innere des Bewusstseins: ein Tag, zerlegt in Gedanken, Erinnerung und einander unterbrechende Stimmen. Der Essay «Ein Zimmer für sich allein» (1929) mit seiner Forderung nach Geld und einem eigenen Zimmer für die Frau, die schreiben will, wurde zu einem der Grundtexte des Feminismus. Zusammen mit ihrem Mann führte sie den Verlag Hogarth Press, der auch Eliot und die ersten englischen Freud-Übersetzungen druckte. Ihr Leben lang verfolgten sie Anfälle einer seelischen Erkrankung; im März 1941 ging sie mit Steinen in den Taschen in den Fluss Ouse.
Geboren in London am 25. Januar 1882 um 12:15 Greenwich-Zeit. Die Stunde ist noch am selben Tag im Tagebuch ihres Vaters Leslie Stephen festgehalten.
