Marie Antoinette
Das fünfzehnte von sechzehn Kindern Maria Theresias, mit vierzehn Jahren dem französischen Dauphin vermählt, um zwei Mächte zu verbinden. Königin wurde sie mit achtzehn, und der Hof mochte sie von Anfang an nicht: eine Fremde, eine Österreicherin, die Geld für Kleider ausgibt und für den Trianon, wo sie Dorf spielt. Die Gerüchte taten das Übrige — von der Halsbandaffäre, mit der sie nichts zu tun hatte, bis zu den Worten über den Kuchen, die sie nie gesagt hat. Die Revolution machte sie zum Hauptgesicht des Hasses auf die Monarchie: der Fluchtversuch von 1791, die Verhaftung, die Hinrichtung des Gatten und neun Monate später der Prozess, in dem man ihr sowohl Hochverrat als auch erfundene Verbrechen zur Last legte. Sie wurde am 16. Oktober 1793 mit siebenunddreißig Jahren guillotiniert.
Geboren in Wien am 2. November 1755 um 19:30 mittlerer Ortszeit — tags zuvor hatte sich in Lissabon das Erdbeben ereignet, von dem man in Wien erst später erfuhr. Die Stunde wurde bei Hofe festgehalten: Die Geburt einer Erzherzogin wurde durch Zeugen beurkundet.
