Maria Montessori
Sie erkämpfte sich den Zugang zur Medizin, zu der Frauen nicht zugelassen wurden, und wurde eine der ersten Ärztinnen Italiens. Bei der Arbeit mit Kindern, die man damals für unbildbar hielt, erkannte sie, dass es nicht an deren Schwäche lag, sondern daran, wie man sie unterrichtete: Nicht Erklärungen sind nötig, sondern Gegenstände, die das Kind selbst in die Hand nimmt. 1907 eröffnete sie im römischen Viertel San Lorenzo das «Kinderhaus» — mit niedrigen Tischen, Stille, freier Wahl der Beschäftigung und Materialien, die den Fehler ohne Zutun eines Erwachsenen berichtigen. In zehn Jahren verbreitete sich die Methode über die Welt. Unter Mussolini wurden die Schulen geschlossen, und sie ging fort — zuerst nach Spanien und in die Niederlande, dann nach Indien, wo sie den Krieg verbrachte und Lehrer ausbildete. Drei Nominierungen für den Friedensnobelpreis; sie starb 1952 in Holland.
Geboren in Chiaravalle am 31. August 1870 um 03:30 mittlerer Ortszeit — eine einheitliche Zeit gab es in Italien vor 1893 nicht. Die Stunde steht im Geburtseintrag.
